Die französische Historikerin Anka Muhlstein hat sich in ihrem stets anschaulich, stellenweise sogar mitreißend geschriebenen Buch „Der Brand von Moskau“ intensiv mit dem Verlauf des Feldzugs und mit den Motiven und Handlungsweisen Napoleons befasst. Ihre Sicht ist also hauptsächlich auf die französische Seite gerichtet. Man versteht die Gründe für die große Loyalität der Soldaten gegenüber ihrem Befehlshaber ebenso wie die tiefe Verunsicherung, die die russische Kriegführung für die Franzosen bedeutete. Der Kriegsalltag zwischen Strapazen und Erschöpfung, Verzweiflung und Gewalt, unter der auch die russische Zivilbevölkerung stark zu leiden hatte, wird plastisch beschrieben. Ein empfehlenswertes Buch, das, was nur selten gelingt, scharfsinnige Analysen mit Lesegenuss verbindet.
Rezension: Talkenberger, Heike





