Von diesem Schlag sollte sich Leipzig nie wieder erholen: Das Graphische Viertel, ein Mekka der Liebe zum Buch, in dem unzählige Verlage und Druckereien residiert hatten – 1945 lag es in Trümmern. Vier Kilometer westlich allerdings hatte der Industriestadtteil Plagwitz den Bombenkrieg halbwegs glimpflich überstanden. Und damit auch die Dr. Karl Meyer GmbH, die dort Reiseliteratur produzierte: mit Verlag, Druckerei und Buchbinderei unter einem Dach. Ihr historisches Gebäude mit der Art-déco-Fassade ist heute Sitz des Museums für Druckkunst.
Auf vier weitläufigen Stockwerken kann man tief eintauchen in die Art und Weise, wie im 19. und 20. Jahrhundert täglich Lesestoff produziert wurde: Bücher und Tageszeitungen, illustrierte Zeitschriften, Postkarten und Plakate. Fast 100 funktionstüchtige Maschinen sind zu sehen, die Besuchern auch vorgeführt werden können: Setzmaschinen, die an eine überdimensionierte Schreibmaschine erinnern. Gießmaschinen, auf denen zuvor die nötigen Schrifttypen entstanden waren. Rotierende Zylinderpressen, die den täglichen Zeitungsdruck enorm auf Touren brachten.





