Schlagartig berühmt wurde er, als am 4. Mai 1555 in Lyon „Les Propheties de M. Michel Nostradamus“ erschienen. Das Werk umfasste 353 Strophen zu je vier Versen (quatrains ). Bei der Abfassung seiner Prophetien halfen Nostradamus weniger seine bescheidenen astrologischen Kenntnisse als seine umfassende Bildung. So schöpfte er aus den Werken antiker Autoren wie Livius und Plutarch, verwendete aber auch Zitate und Paraphrasen aus der Bibel, insbesondere der Apokalypse. Die vage, bildhafte Ausdrucksweise lässt großen Raum für Interpretationen und ist das eigentliche Geheimnis des anhaltenden Erfolges der Vorhersagen. So war es möglich, dass erstmals im 17. Jahrhundert rückblickend eines seiner quatrains von 1555 als konkrete Vorhersage des Todes von Heinrich II. von Frankreich im Jahr 1559 gedeutet wurde. Nostradamus starb 1566 als reicher Mann.





