Robert Guiscard hatte durch die ihm vom Papst ver‧liehene Herzogswürde eine Position erlangt, die ihn über die normannischen Grafen stellte. Während er Kalabrien rasch unterwerfen konnte, dauerte es noch zwölf Jahre, bis Apulien unter normannischer Herrschaft stand. Dies lag auch daran, dass einige normannische Grafen, die teilweise mit ihm verwandt waren, auf eigene Faust agierten und sich ihm nicht unterordnen wollten. Robert Guiscard (der Beiname „Guiscard“ kann als „der Listige“ übersetzt werden) konnte ihre Aufstände, die vom byzantinischen Kaiser mit Geld unterstützt wurden, zwar niederschlagen, doch seine Herrschaft über Apulien erforderte immer wieder seine Präsenz.
Mit der Einnahme der apulischen Hauptstadt Bari, die sich im Frühjahr 1071 nach fast dreijähriger Belagerung ergab, war die Eroberung Apuliens abgeschlossen. Für die Bevölkerung änderte sich dadurch zunächst wenig. Sie unterstand jetzt nur anstatt dem byzantinischen Kaiser dem normannischen Herzog. Robert Guiscards jüngster Bruder Roger I., der die Eroberung Siziliens (siehe Beitrag Seite 28) vorantrieb, hatte ihn bei der Eroberung Baris zeitweise unterstützt. Im Gegenzug half Robert ihm anschließend bei der Einnahme der sizilianischen Hauptstadt Palermo, die im Januar 1072 erfolgte. …
Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 10/2015.
Prof. Dr. Hubert Houben





