von HOLGER SONNABEND
Die dramatischen Ereignisse von 70 n. Chr. weckten bei den Juden von Babylon Erinnerungen an lange zurückliegende, aber noch sehr präsente Zeiten. Die Römer hatten Jerusalem erobert und den Tempel zerstört, so wie Jahrhunderte zuvor, im Jahr 587 v. Chr., der babylonische König Nebukadnezar II. Damals hatte die Geschichte der jüdischen Diaspora in Mesopotamien begonnen, als Tausende von Angehörigen der Oberschicht in die Stadt am Euphrat deportiert worden waren. Das erzwungene Exil endete, als die Perser die Macht im Orient übernahmen. Sie erlaubten den Juden den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem.





