Das Land zwischen Euphrat und Tigris war bis weit in die islamische Epoche hinein eine der Kornkammern der Alten Welt. Wer Mesopotamien kontrollierte, hatte die Möglichkeit, große Armeen auszurüsten. Herrschaft über Mesopotamien bedeutete in der Antike seit der Zeit der Assyrer immer auch Anspruch auf Weltgeltung. Die Fruchtbarkeit des Landes hing entscheidend davon ab, die Wassermassen der beiden großen Flüsse auf die Felder zu leiten, sich vor Überschwemmungen zu schützen und die Versalzung des Bodens zu verhindern. Dies begünstigte die Entstehung bürokratischer Apparate, die die dafür notwendigen Arbeiten, etwa das Stechen großer Kanäle, organisierten. Wer das Potential, das Mesopotamien bot, ausnutzen wollte, musste also immer auch über ein gewisses Maß an technischen und organisatorischen Fertigkeiten verfügen.
Seit dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert waren die Herrscher über Mesopotamien keine Einheimischen mehr gewesen. …
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