Die ausgestellten Marmor- und Bronzerekonstruktionen vervollständigen die antiken Originalskulpturen dabei unterschiedlich stark. Neben Exponaten, auf die nur diejenigen Farben aufgetragen wurden, die noch nachweisbar waren, finden sich auch vollständig farbige. Deren Aussehen ist jedoch nur hypothetisch und nicht gesichert. Sie geben den Besuchern einen Eindruck davon, was durch archäologische Rekonstruktionen möglich ist bzw. wo deren Grenzen liegen. Die Schau dokumentiert darüber hinaus diverse Arbeitsmethoden, die bei der archäologischen Rekonstruktion zum Einsatz kommen. Beispielsweise werden Aufnahmen von Statuen bei ultraviolettem Licht gezeigt. Sein Einsatz erlaubt es, Farbspuren sichtbar zu machen, die mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen sind.
Antike Statuen stehen in vielen großen Museen und dominieren die Ausstellungssäle meist in makellosem Weiß. Nach antiker Vorstellung wurde jedoch nur eine farbig gefasste Skulptur als vollwertig und schön empfunden. Erst das perfekte Zusammenspiel von Bildhauerei und Malerei brachte eben jene Lebensnähe der Skulpturen hervor, die in der antiken Literatur gerühmt und von zeitgenössischen bildenden Künstlern angestrebt wurde.





