Am Morgen des 2. Mai 1451 bot sich den Bürgern von Mons im Hennegau ein besonderes Schauspiel: Von der Stadtresidenz des burgundischen Herzogs Philipps des Guten aus zogen 24 Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies zu Fuß in einer feierlichen Prozession in die Kirche Sainte-Waudru, um dort die Messe zu hören.
Sie alle waren in scharlachrote Mäntel gehüllt, die bis zum Boden reichten und mit Eichhörnchenfell gefüttert waren. Den Kopf bedeckte ein roter Chaperon. Um ihren Hals trugen sie die Kollane des Ordens, eine massive Kette aus Gold, deren Glieder wie ineinander gehakte Feuerstähle geformt waren. Daran hing als Ordenszeichen das namengebende „Goldene Vlies“, das Widderfell, das laut Mythologie von Jason und seinen Argonauten erbeutet wurde.





