Im Juli 1940 begann am Himmel über Südengland der erbitterte Kampf um die Lufthoheit, die „Battle of Britain“ – Royal Air Force gegen Hitlers Luftwaffe. Der britische Premierminister Winston Churchill zog damals in einer Rede einen Vergleich zu einem früheren Konflikt mit einem vermeintlich übermächtigen Gegner: „Er steht in einer Reihe mit den Tagen, als sich die Spanische Armada dem Ärmelkanal näherte und Drake seine Bowlingpartie beendete …“
Die Royal Air Force gewann die „Luftschlacht um Britannien“, die Analogie mit der Armada hielt stand. Dass Churchill explizit den Seehelden Francis Drake erwähnte, der am Nachmittag des 29. Juli 1588 in Plymouth angeblich ungerührt von den am Horizont gesichteten 130 spanischen Schiffen weiter Bowling spielte – eine speziell englische Sportart, die nicht mit der gleichnamigen US-Variante des Kegelns zu verwechseln ist –, ist ein geschickter rhetorischer Kniff. Denn Drakes Bemerkung, es sei noch ausreichend Zeit, die Partie zu Ende zu spielen und die Spanier zu besiegen, spiegelt das Bestreben aller Feldherren wider, im Angesicht eines überlegenen Feinds nicht in Panik zu verfallen.





