Der Sieg über die Spanische Armada, die riesige Flotte, mit der König Philipp II. 1588 England einnehmen wollte, überstrahlte die gesamte Herrschaftszeit Elisabeths I. Neben militärischem Geschick – etwa des Admirals Francis Drake – waren es vor allem Fehler der Spanier, die das Blatt zugunsten Englands wendeten.
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Im Juli 1940 begann am Himmel über Südengland der erbitterte Kampf um die Lufthoheit, die „Battle of Britain“ – Royal Air Force gegen Hitlers Luftwaffe. Der britische Premierminister Winston Churchill zog damals in einer Rede einen Vergleich zu einem früheren Konflikt mit einem vermeintlich übermächtigen Gegner: „Er steht in einer Reihe mit den Tagen, als sich die Spanische Armada dem Ärmelkanal näherte und Drake seine Bowlingpartie beendete …“
Die Royal Air Force gewann die „Luftschlacht um Britannien“, die Analogie mit der Armada hielt stand. Dass Churchill explizit den Seehelden Francis Drake erwähnte, der am Nachmittag des 29. Juli 1588 in Plymouth angeblich ungerührt von den am Horizont gesichteten 130 spanischen Schiffen weiter Bowling spielte – eine speziell englische Sportart, die nicht mit der gleichnamigen US-Variante des Kegelns zu verwechseln ist –, ist ein geschickter rhetorischer Kniff. Denn Drakes Bemerkung, es sei noch ausreichend Zeit, die Partie zu Ende zu spielen und die Spanier zu besiegen, spiegelt das Bestreben aller Feldherren wider, im Angesicht eines überlegenen Feinds nicht in Panik zu verfallen.
Wie so oft bei diesen Anekdoten weiß man nicht, ob sich alles wirklich so zutrug. Die Inaktivität der Engländer dürfte einen ganz anderen Grund gehabt haben: Meteorologen, denen es gelang, die damaligen Gezeitenströmungen zu rekonstruieren, sind der Ansicht, ein Auslaufen der englischen Flotte wäre in diesem Moment ohnehin zu riskant gewesen.
Francis Drake: ein Prototyp der Seehelden, die Elisabeth I. zur Seite stehen
Francis Drake ist sicher der prominenteste der sogenannten Sea Dogs, der Draufgänger und Seehelden, die Elisabeth I. um sich geschart hatte. Dazu zählten unter anderem auch Walter Raleigh (siehe Artikel Seite 34), John Hawkins und Martin Frobisher.
1567 sammelte Drake seine ersten Erfahrungen in Übersee: Er war nicht nur Teilnehmer, sondern auch Investor bei einer Fahrt von John Hawkins in die Karibik – die Handelsware: Sklaven. Das Unternehmen verlief jedoch nicht nach Plan. Die Spanier, die bislang aufgrund des großen Bedarfs an Sklaven in ihren Kolonien das Handelsverbot zwischen beiden Nationen sehr großzügig ausgelegt hatten, erwiesen sich plötzlich als feindselig und attackierten Hawkins’ Schiffe. Drake und Hawkins entkamen nur mit knapper Not.
Diese dramatischen Ereignisse scheinen in Drake einen tiefen Hass auf Spanien ausgelöst zu haben. Um sich zu rächen, wurde er zum Freibeuter. Diese im Englischen
privateers genannten Kapitäne machten Jagd auf spanische Schiffe, die Gold, Silber und weitere Schätze aus Südamerika ins Mutterland bringen sollten. Zu diesem Zeitpunkt tat Drake dies nicht im Auftrag der Königin, aber mit ihrer Billigung.
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Im Jahr 1572 gelang Drake ein erster Coup. Er überfiel in Panama einen spanischen Hafen und brachte mit Gold beladene Schiffe in seine Gewalt. In der Heimat machte er sich mit diesem Erfolg einen Namen. 1577 brach Drake dann zu der Reise auf, die ihn unsterblich machen sollte: In drei Jahren segelte er mit der „Golden Hinde“ um die Welt. Das war zuvor überhaupt nur wenigen gelungen, und Drake war der erste Engländer.
Was Königin Elisabeth I. dabei besonders freute: An Bord seines Schiffes brachte Drake 1580 bei seiner Rückkehr nach Plymouth reiche Beute mit. Die Königin belohnte ihn im Jahr darauf mit dem Ritterschlag. Seine weiteren Angriffe auf spanische Häfen und Schiffe unternahm der Kapitän nun mit einem offiziellen Kaperbrief.
Den spanischen König Philipp II. brachten die schmerzhaften Nadelstiche, die die Kaperfahrten von Elisabeths Sea Dogs seinem Kolonialreich zufügten, schwer in Rage. 1587 war den Entscheidungsträgern in London zu Ohren gekommen, dass Spanien mithilfe einer riesigen Flotte eine Invasion Englands plane.
Die zentrale militärische Figur auf spanischer Seite war Alonso Pérez de Guzmán, der Herzog von Medina-Sidonia. Der Oberbefehlshaber der Armada war der reichste Adlige Spaniens. Schon angesichts dieser Tatsache stellt sich die Frage: War dies der Grund für seine Führungsrolle, oder war er tatsächlich die geeignetste Person, die Armada zu führen?
König Philipp II. hielt jedenfalls große Stücke auf den mächtigen Adligen, obwohl dessen militärische Fähigkeiten bereits früher in Zweifel gezogen worden waren. Nachdem im Januar 1582 zwei Schiffe des Herzogs vor Cádiz gesunken waren, ermahnte ihn der Admiral Álvaro de Bazán, Marquis von Santa Cruz, „zu dieser Jahreszeit keine Schiffe auslaufen zu lassen“. Guzmán war erbost, dass jemand es wagte, ihn so zu kritisieren – er leitete den Brief an den König weiter und forderte Ermittlungen gegen seinen Verfasser.
Von Philipp II. ist zu diesem Vorgang eine vielsagende Notiz erhalten: „Als ob wir nicht schon genug Schwierigkeiten und Probleme hätten … Es ist dumm, dass der Herzog und der Marquis sich so uneinig sind … Ich glaube nicht, dass der Brief des Marquis so schlimm ist, wie der Herzog behauptet.“ Das Misstrauen, das seit Längerem unter den spanischen Admirälen herrschte, war jedenfalls keine gute Voraussetzung für einen erfolgreichen Krieg gegen Elisabeth I.
Philipp II. führt einen Kreuzzug gegen das protestantische England
Für die Spanier war der Angriff auf England ein Kreuzzug, das macht der Einsatzbefehl Guzmáns vom 21. Mai 1588 deutlich: „Seiner Majestät Hauptmotiv bei der Vorbereitung und Durchführung dieses Vorhabens war stets der Dienst an Gott, unserem Herrn, und die Rückführung vieler Länder und Seelen in die Kirche, die von den Ketzern, den Feinden unserer Heiligen Katholischen Kirche, unterdrückt wurden, die sie gezwungen hatten, sich ihren Sekten und Irrlehren anzuschließen.“
Auch ein hochrangiger Offizier der Armada setzte auf höhere Mächte, als er von einem päpstlichen Legaten zu den Siegchancen der Spanier befragt wurde, jedoch aus ganz praktischen Gründen: „Aber wenn Gott uns nicht durch ein Wunder hilft, werden die Engländer, die über schnellere und wendigere Schiffe als wir verfügen … niemals in den Nahkampf treten, sondern auf Distanz bleiben und uns mit ihren Feldschlangen [Kanonen] in Stücke schießen, ohne dass wir ihnen ernsthaften Schaden zufügen können.“
Und tatsächlich hatten die Engländer seit der Zeit König Heinrichs VIII. die Flotte der Royal Navy auf den neuesten Stand gebracht. Vor allem in Bezug auf die Feuerkraft waren die Schiffe den Spaniern überlegen. Dahinter stand ein Paradigmenwechsel, der den Verlauf von Seeschlachten revolutionieren sollte. Seit der Antike wurden Gefechte auf dem Meer meist dadurch gewonnen, dass man gegnerische Schiffe rammte, damit die an Bord befindlichen Soldaten das Deck entern und die Feinde – fast wie in einem Gefecht an Land – niedermachen konnten.
Mit dem Beginn der Regierungszeit Elisabeths reduzierte die Royal Navy dagegen stetig die Zahl ihrer Soldaten und erhöhte dafür die Reichweite der Kanonen. Ohne die vielen Infanteristen an Bord konnte man die Schiffe nun auch schmaler und damit strömungsgünstiger bauen. Der damalige Schiffbaumeister Matthew Baker (um 1530–1613) sagte, ein Schiff müsse „den Kopf eines Dorschs und den Schwanz einer Makrele“ haben. Die von Baker entworfenen Schiffe wurden als race-built galleons bekannt. Und die flinken „Renngaleonen“ wurden ihrem Namen tatsächlich gerecht.
Im Juli 1588 gab es neben der Armada eine weitere große Bedrohung für England: die an der Küste von Flandern stationierte Invasionsarmee unter dem Kommando von Alexander Farnese, dem Herzog von Parma. Rund 27 000 Soldaten sollten im Fall eines Sieges auf See mit 300 Booten an die englische Küste gebracht werden und das Land einnehmen.
Als die Armada am 29. Juli im Ärmelkanal gesichtet wurde, alarmierten Leuchtfeuer (beacons) in kürzester Zeit ganz Südengland. Die Königin, die sich in London aufhielt, dürfte also noch am selben Tag gewusst haben, was die Stunde geschlagen hatte. Es wurden umgehend Befehle ausgegeben, die Truppen in Essex zu versammeln, Gebete für einen Sieg zu organisieren und Katholiken zu verhaften – von ihnen befürchtete man Sabotageakte.
Admiral Guzmán hatte sich bereits früh darauf festgelegt, dass er die Armada in einer Formation, die der Sichel eines Halbmonds glich, in die Schlacht führen würde. Selbst wenn der Feind von hinten komme, könne man die Schiffe wenden und in derselben Formation angreifen, so Guzmáns Argumentation. Er war sich bewusst, dass die Engländer in vielen Bereichen überlegen waren. Seine Offiziere warnte er, „dass der Feind versuchen wird, aus der Ferne zu kämpfen, da er über überlegene Artillerie verfügt … während wir angreifen und den Feind im Nahkampf bekämpfen müssen; um dies zu erreichen, müssen Sie alle Kräfte aufbieten.“
Zur Hebung der Moral an Bord der spanischen Schiffe dürfte eine 1588 populäre Ballade gesungen worden sein: „Mein Bruder Bart / bricht auf nach England / um Drake zu töten / und die Königin zu fangen. / Wenn er aus dem Krieg zurückkehrt / muss er in Ketten zurückbringen / einen kleinen Lutheraner für mich / und ein lutherisches Mädchen für meine Oma.“
Die Royal Navy wird von einer privaten Flotte unterstützt
Die Royal Navy verfügte nur über 34 eigene Schiffe. Doch Elisabeth I. konnte auf weitere Schiffe setzen, die die Historiker Colin Martin und Geoffrey Parker als „Volunteer Naval Reserve“, also als eine Art Freiwilligen-Flotte, bezeichnen. Viele dieser „Kriegsschiffe“ gehörten den führenden Offizieren der Royal Navy, so stellte allein der Oberkommandierende Charles Howard, 1. Graf von Nottingham, sieben. Auch Drake setzte eigene Schiffe ein. Normalerweise unternahmen die Sea Dogs mit ihnen Kaperfahrten, die Mannschaften waren also durchaus kampferprobt.
Während die Spanier sich Plymouth näherten, war es ihnen gelungen, vier englische Fischer gefangen zu nehmen, denen sie – vermutlich mit Gewalt – die Information entlockten, dass Howard mit insgesamt rund 60 Schiffen im Hafen von Plymouth ankerte.
Nun entbrannten in der spanischen Admiralität Diskussionen, was zu tun sei. Guzmán verwarf dabei den Vorschlag, Plymouth direkt anzugreifen und Howards Flotte im Hafen zu vernichten. Stattdessen segelte die Armada stetig weiter nach Osten.
Wie sich zeigen sollte, war dies ein katastrophaler taktischer Fehler. Denn in den nächsten Stunden vollbrachten die Engländer die erste Glanzleistung in der Auseinandersetzung mit der Armada. In der Nacht vom 29. auf den 30. Juli lief die Flotte heimlich aus. Einige Schiffe unter der Führung von Drake segelten im Mondlicht an der Küste entlang nach Westen, bis sie im Rücken der Armada Formation einnehmen konnten.
Howard nahm dagegen direkt Kurs auf den Kanal und segelte von vorn um die sichelförmig aufgereihten Schiffe der Spanier herum. Letztlich trafen sich beide Teile der englischen Flotte hinter der Armada mit dem Wind im Rücken – eine perfekte Ausgangslage.
Die wendigen Renngaleonen der Engländer konnten so in den folgenden Tagen immer wieder Teile der Armada angreifen, für Verluste sorgen und dann abdrehen. „Wir rupfen ihnen eine Feder nach der anderen aus“, beschrieb Howard dieses Vorgehen.
Admiral Juan Martínez de Recalde war außer sich über die vergebene Chance bei Plymouth, in einem Rapport schrieb er: „Ich weiß nicht, warum wir unseren Beschluss, zum Eingang des Hafens von Plymouth zu fahren, nicht umgesetzt haben und es so den Engländern ermöglicht haben, uns den Windvorteil abzunehmen … Dort draußen gibt es einige sehr erfahrene Leute, und wir waren wie Anfänger und haben die falsche Entscheidung getroffen.“
Entlang der Küste stießen von den Häfen an der Südküste Englands weitere Schiffe zu Howards Flotte. Bald waren auch auf englischer Seite rund 130 Schiffe versammelt. Zudem wurde die Royal Navy im Gegensatz zur Armada immer wieder mit Munition und Proviant versorgt.
Fehlende Abstimmung zwischen Armada und Invasionsarmee
Guzmán stand vor einem Problem: Es gab keinen konkreten Plan, wie sich seine Flotte mit den Invasionstruppen des Herzogs von Parma vereinen sollte. Als möglicher Treffpunkt war Dünkirchen vorgesehen gewesen. Doch warteten die Truppen tatsächlich dort? Seit Ende Juli waren alle seine Anfragen, die er nach Flandern geschickt hatte, ohne Antwort geblieben.
Schließlich ließ der spanische Oberbefehlshaber etwas ratlos am 6. August vor Calais die Anker setzen. Letztlich besiegelten dieses Verharren der Armada in einer verwundbaren Position nahe der Küste und die völlige Inaktivität des Herzogs von Parma das Schicksal der spanischen Armada.
Der Führungsstab der Engländer bereitete nun den nächsten Geniestreich vor: In der Nacht vom 7. auf den 8. August sollten Feuerschiffe zum Einsatz gebracht werden. Acht Schiffe wurden zu diesem Zweck vollgepackt mit Pulver und anderem brennbaren Material. Wie von den Engländern erhofft, spielten Wind und Gezeiten mit, sodass die in Brand gesetzten unbemannten Schiffe genau in die Reihen der Armada drifteten.
Gleichzeitig griff eine einzelne englische Galeone die Spanier an einer anderen Stelle an, um vom Geheimplan abzulenken. Das Timing der Engländer ging auf: Die Feuerschiffe brannten nicht nur lichterloh – da alle Kanonen an Bord geladen waren, feuerten sie auch wie von Geisterhand, als die Flammen die Lunten erreichten.
Was dann passierte, übertraf die kühnsten Hoffnungen der Engländer: Die meisten spanischen Schiffe kappten die Anker und segelten davon. Nur wenige gesellten sich zum Flaggschiff des Oberbefehlshabers Guzmán, um den Engländern Paroli zu bieten.
In der Schlacht in den frühen Morgenstunden des 8. August vor dem französischen Küstenort Gravelines waren wieder die überlegenen Fähigkeiten der englischen Schiffe ausschlaggebend. Ein spanischer Offizier des Flaggschiffs „San Martín“ bemerkte anerkennend: „Ihre Schiffe waren zweifellos besser als alles, was wir in Spanien haben – vor allem konnten sie schneller wenden als das besttrainierte Pferd.“
Was nun folgte, wurde später zu dem Satz kolportiert: „God blew and they were scattered“ – „Gott blies, und sie wurden zerstreut“. Demoralisiert von den Fehlschlägen der vergangenen Tage, sah Guzmán keine Chance mehr, das von Philipp II. vorgegebene Ziel der Vereinigung mit der Invasionsarmee zu erreichen. Am 10. August gab er daher den Befehl zur Rückkehr nach Spanien – und zwar durch die Nordsee und um Schottland herum. Dass der Rückzug weitere erhebliche Verluste bringen sollte, war heftigen Stürmen und den Problemen der Spanier bei der Bestimmung von Position und Kurs geschuldet.
Die Engländer sind noch immer in großer Sorge
Nun könnte man meinen, die Engländer hätten bereits am 10. August ihren Sieg gefeiert. Doch aus der damaligen Sicht war das Geschehen völlig unklar. Man hatte die Armada aus den Augen verloren, aber die englischen Militärstrategen rechneten immer noch mit dem Schlimmsten, schließlich gab es ja auch die Invasionsarmee in Flandern.
John Hawkins, Schatzmeister der Königlichen Marine, schrieb am 10. August 1588 von Bord des von einem Gefecht ziemlich ramponierten Schiffs „Victory“ eine Warnung an Francis Walsingham: Es solle eine „unbegrenzte Menge an Pulver und Kugeln“ bereitgestellt werden, denn England befinde sich immer noch „in großer Gefahr“ wegen der „aus meiner Sicht größten und stärksten Koalition, die je in der Christenheit gebildet wurde“.
Der laut der späteren Überlieferung angeblich durch nichts aus der Ruhe zu bringende Francis Drake schien selbst am 20. August noch nicht überzeugt, dass die Gefahr gebannt war. Er fürchtete ebenfalls die Truppen des Herzogs von Parma: „Da er ein so großartiger Soldat ist, wird er, wenn er kann, bald etwas Kühnes unternehmen. Meiner bescheidenen Meinung nach sollten wir ihn genau im Auge behalten.“
Zu dieser aus englischer Sicht unklaren Lage passt es auch, dass die berühmte Rede von Königin Elisabeth I. zu den Truppen bei Tilbury – „Ich weiß, ich habe nur den Körper einer schwachen Frau; aber ich habe das Herz und den Mut eines Königs, und zwar eines Königs von England“ – erst am 18. August gehalten wurde, als die Armada bereits vor Irland unterwegs war, wo zahlreiche Schiffe im Sturm an der Küste zerschellten. Angesichts der weiterhin großen Unsicherheit war der Auftritt der Königin aber durchaus kein nachträglicher Showeffekt, wie dies manchmal unterstellt wurde.
Alexander Farnese demobilisierte seine Armee in Flandern am 31. August. Nur rund die Hälfte der 130 Schiffe der Armada schaffte es zurück nach Spanien.
Die Engländer – und mit ihnen Protestanten in ganz Europa – kosteten den Triumph gegen das katholische Spanien voll aus. Um den eigenen Sieg gemäß dem aus der Bibel bekannten Bild des Kampfs zwischen David und Goliath zu überhöhen, unterstellten Flugblätter, die William Cecil, erster Minister der Königin, in Auftrag gegeben hatte, die Spanier hätten ihre Armada selbst als „unbesiegbar“ bezeichnet.
Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft der Frauen 2019 trugen Spielerinnen der englischen Nationalmannschaft, die „Lionesses“ („Löwinnen“), Auszüge der Tilbury-Rede Elisabeths in einem Werbespot vor. Diesmal half der Armada-Vergleich nicht: Die Engländerinnen verloren später im Halbfinale des Turniers – allerdings nicht gegen Spanien, sondern gegen die USA.
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