Statt einer unumstößlichen kirchlichen Autorität habe es nun die individuellen Glaubensüberzeugungen von den Calvinisten bis zum Anglikanismus gegeben, die miteinander konkurrierten. Der Glaube habe sich aus der öffentlichen Sphäre in die private verlagert. Das sind weite Linien, und fraglich ist, ob mit dieser These die große Bedeutung der katholischen Kirche etwa in Italien oder Spanien noch bis weit ins 18. Jahrhundert hinein richtig getroffen ist.
Völlig unverständlich aber muss bleiben, dass bei einem Buch mit einem derartig weit gefächerten Themenpanorama und einer so großen geographischen Reichweite keine Anmerkungen zum Text vorliegen. Die Zuverlässigkeit der Schilderungen und die Stichhaltigkeit der Argumente des Autors können so kaum nachvollzogen werden.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Mark Greengrass
Das verlorene Paradies
Europa 1517–1648
Konrad Theiss Verlag, Darmstadt 2018, 781 Seiten, € 39,95





