Zehn Tage später jedoch verhaftete die Polizei den Scharlatan in einem Berliner Café – Voigt hatte die Zeit nicht zur Flucht genutzt. Das Berliner Landgericht verurteilte Voigt wegen Freiheitsberaubung, Betrugs und Urkundenfälschung zu vier Jahren Haft. Die Presse aber feierte den falschen Hauptmann und machte den arbeitslosen Schuster weltberühmt. Kritische Zeitgenossen dagegen deuteten die „Köpenickiade“ als Zeichen einer gefährlichen Militarisierung der wilhelminischen Gesellschaft. Der Kaiser schließlich lobte den „Geniestreich“. So gelang der Coup doch noch auf Umwegen: Mit der Vermarktung seiner Geschichte fand Voigt nach der Haftentlassung ein einträgliches Auskommen.





