Die berühmteste und älteste Brückenfigur auf dem prächtigen gotischen Bauwerk, benannt nach Karl IV. (1346–1378), ist dem aus Pilsen stammenden Priester Johannes Nepomuk gewidmet, der in Böhmen, Mähren, Süddeutschland und Teilen Österreichs als Märtyrer verehrt wird. Sein grausames Schicksal wirkt mehr als 600 Jahre später noch erschütternd: Karls ältester Sohn, der römisch-deutsche König Wenzel IV. (1376 –1400), ließ Nepomuk 1393 in die Moldau werfen und ertränken. An der Stelle der Brückenmauer wurde rund 300 Jahre später die in Nürnberg gegossene Bronzestatue errichtet.
Zwei Sockelreliefs erzählen Nepomuks Martyrium. Am Beginn stand ein kirchenpolitischer Machtkampf zwischen dem Prager Erzbischof Johann von Jenstein und dem König. Der junge Priester unterstützte loyal und furchtlos seinen geistlichen Vorgesetzten und machte sich so zum Feind des Herrschers.





