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„Der Krieg ist ein häßlich Ding“
Liselotte von der Pfalz lebte in einer Zeit ständiger militärischer Konflikte. Ihre Kommentare zeigen, dass sie über das politische Geschehen um sie herum gut informiert war. Es schmerzte sie, dass ausgerechnet ihre alte Heimat oft im Zentrum der kriegerischen Ereignisse stand.
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Eine offizielle politische Rolle war für Liselotte nicht vorgesehen. Frauen, so lautete eine „Regel“ der zeitgenössischen politischen Theorie, seien nicht für das Regieren geeignet. Die Wirklichkeit sah ganz anders aus. Besonders die Ehefrauen der Könige, Kurfürsten, Herzöge übten oft die Regentschaft für ihre minderjährigen Kinder aus, wenn der Mann früh verstarb. Dabei zeigten sich viele als sehr geschickte Politikerinnen in einem oft feindseligen Umfeld, erwähnt sei nur die Mutter Ludwigs XIV., Anna von Österreich (1604–1664), die zwischen 1643 und 1652 die Regentschaft für ihren Sohn innehatte.
Als Ehefrau des Bruders des regierenden Königs und angesichts einer sich vergrößernden königlichen Familie stellte eine Regentschaft aber für Liselotte keine ernst zu nehmende Perspektive dar. Dies bedeutete aber nicht, dass sie den politischen Ereignissen ihrer Zeit gleichgültig gegenüberstand. Das 17. Jahrhundert war das siècle de fer, ein eisernes Zeitalter, wie schon ein Zeitgenosse schrieb, ein Jahrhundert der nicht enden wollenden Kriege.
Liselottes Kindheit und Jugend fiel in eine kurze friedlichere Zeit im Europa des 17. Jahrhunderts nach dem Westfälischen Frieden von 1648. Der Devolutionskrieg, in dem Ludwig XIV. 1667/68 seine Ansprüche auf das Erbe der spanischen Habsburger durchsetzte, war nur von kurzer Dauer und griff nicht auf das Alte Reich und die Kurpfalz über. Ludwig XIV. war äußerst verärgert über die Haltung der Republik der Vereinigten Niederlande in diesem Krieg. Der ehemalige Verbündete hatte sich auf die Seite Spaniens gestellt und die Einleitung von Friedensverhandlungen erzwungen.
Ludwig XIV. sinnt auf Rache an den Niederlanden
Seitdem kannte er nur einen Gedanken: sich an der „Händlerrepublik“ zu rächen. Als Liselotte 1671 an den Hof kam, liefen die geheimen Vorbereitungen für einen Angriff auf die Niederlande bereits. Im April 1672, nur rund fünf Monate nach Liselottes Ankunft am Hof, überfiel Ludwig XIV. die Republik der Vereinigten Niederlande, um sie für die erlittenen „Beleidigungen“ zu bestrafen. Ursprünglich als ein kurzer Krieg gedacht (Ludwig rechnete angesichts des schnellen Vormarsches seines Heeres mit der baldigen Bitte um Frieden), entwickelte sich der Holländische Krieg zu einem europäischen Krieg, in dem sich Ludwig einer Koalition von Gegnern, angeführt von Wilhelm von Oranien und Kaiser Leopold I., erwehren musste.
Die Kriegsereignisse bestimmten damit auch den Alltag Liselottes in diesen ersten Jahren am Hof und flossen, neben Berichten über ihre neugeborenen Kinder, in die ersten Briefe ein. So freute sie sich über den Sieg ihrer Hannoveraner Verwandtschaft, den ihr Onkel Ernst August und seine Söhne Georg Ludwig und Georg Wilhelm 1675 an der Conzer Brücke bei Trier über eine französische Armee errungen hatten, und darüber, dass ihr Onkel und ihre Cousins die Schlacht unverletzt überstanden hatten.
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Mögliche Friedensverhandlungen kommentierte sie ebenso wie die damit einhergehenden Konstellationen hinsichtlich von dynastischen Heiraten. Auch persönlich war sie vom Krieg betroffen, denn Philippe von Orléans kommandierte eine Armee in Flandern und erwies sich als brillanter Anführer und siegreicher Feldherr in der Schlacht bei Cassel (10. April 1677). Zu brillant für den König, der seinem Bruder den Schlachtenruhm neidete und ihm seitdem kein Kommando mehr übertrug.
Wie alle anderen Frauen am Hof hatte Liselotte „natürlich“ keinen Anteil am politischen Entscheidungsprozess. Informell aber konnten Frauen durchaus Einfluss nehmen, wie das Beispiel der Madame de Maintenon zeigt, die in den letzten Lebensjahrzehnten Ludwigs XIV. besonders in Personalfragen eine wichtige Ratgeberfunktion innehatte, obwohl sie kein offizielles Amt bekleidete. Ein unveröffentlichter Brief Liselottes an ihren Vater (14. Januar 1679) zeigt, dass es ihr sowohl bewusst war, am Hof für die Interessen der Kurpfalz intervenieren zu müssen, als auch, worin ihr politischer Spielraum bestand.
Anlass des Briefs war ein Artikel des Friedens von Nimwegen (der den Holländischen Krieg beendet hatte), in dem der Pfälzer Kurfürst dem aus der Pfalz stammenden Herzog Friedrich Hermann von Schomberg (1615–1690) Einkünfte aus zwei Ämtern überlassen oder alte Schulden auf einen Schlag begleichen sollte. Schomberg, dessen Vater Pate des Winterkönigs war, diente als General in der französischen Armee. Ihm war die Angelegenheit sichtlich peinlich, und er versuchte, sich herauszureden, weil er es sich mit dem alten Förderer seiner Familie nicht verderben wollte.
Liselotte wies ihn darauf hin, er hätte früher zu ihr kommen sollen – sie hätte ihren Vater auf den Artikel vorbereiten können. Zugleich nahm sie den armen Schomberg beim Wort: Er solle beim König vorstellig werden und um die Streichung des Artikels bitten, sie selbst werde ihrem Vater berichten (der sich bei ihrer Tante Sophie beschwert hatte, Liselotte kümmere sich nicht um die Angelegenheiten des Hauses). So konnte sie ihren verärgerten Vater beruhigen und verhindern, dass die Verbindungen zur Familie Schomberg abbrachen. Langfristig litt der Kontakt Schombergs zur kurfürstlichen Familie nicht. Sein Sohn Meinhard heiratete 1683 Liselottes Halbschwester Caroline von Degenfeld. Gut möglich, dass dabei wieder Liselotte vermittelt hatte.
Zwei Jahrzehnte, die durch Krieg und Trauer geprägt sind
Die fast 20 Jahre zwischen 1680 und 1697 zählen sicherlich zu den bewegendsten Jahren des Lebens Liselottes. Mit dem Jahr 1680 begannen die Jahre der Trauer, denn nach und nach starben ihre engsten Verwandten: ihre Tante Elisabeth, Äbtissin von Herford, ihr Vater Karl Ludwig (1680), ihr Onkel Rupert in London (1682), mit dem sie über Dritte in Kontakt gestanden hatte, und schließlich starb ihr Bruder, Kurfürst Karl II. (1685). Damit lebten von der Familie des Vaters nur noch ihre Tanten (und wichtige Bezugspersonen) Sophie von Hannover und Louise Hollandine. Am 16. März 1686 starb ihre nach Heidelberg zurückgekehrte Mutter Charlotte.
Die Todesfälle fielen in eine Zeit der politischen Krisen, da Ludwig XIV. begonnen hatte, durch gewaltsame Annexionen in Flandern und entlang von Mosel und Rhein (die „Reunionen“) die französischen Kernlande wie die Picardie, die Champagne und die Île de France durch eine Ostverschiebung der Grenzen zu schützen. Höhepunkt der sogenannten Reunionskriege war die Besetzung der freien Reichsstadt Straßburg (30. September 1681).
Durch das Verbot der reformierten Konfession in Frankreich (Edikt von Fontainebleau, 17. Oktober 1685) verprellte Ludwig XIV. zudem die ehemaligen protestantischen Verbündeten im Alten Reich und führte einen Exodus der französischen Protestanten herbei.
In diesem Kontext fügte sich der Tod Karls II., des letzten reformierten Pfälzer Kurfürsten, gut in die politische Agenda des Königs. Durch die Besetzung von Territorien an der Saar, im Pfälzer Wald sowie von Teilen des Kurpfälzer Amts Germersheim hatte Ludwig XIV. die Militärgrenze Frankreichs fast bis an den Rhein-Neckar-Raum ausgedehnt. Obwohl Liselotte im Heiratsvertrag auf etwaige Ansprüche am Kurpfälzer Erbe verzichtet hatte, schickte Ludwig XIV. 1685 schon kurz nach Bekanntwerden des Todes des Kurfürsten einen Gesandten nach Heidelberg. Er sollte im Namen Liselottes für Philippe von Orléans die Eigengüter („Allod“) der Pfälzer, die nicht der Lehnsabhängigkeit des Kaisers unterstanden, und die „Mobilien“ (unter anderem Edelsteine) als Erbschaft fordern.
Damit begann ein sich fast zehn Jahre hinziehender Streit zwischen Ludwig XIV. einerseits, dem neuen Kurfürsten der Pfalz aus der katholischen Linie Pfalz-Neuburg und Kaiser Leopold I. (reg. 1658–1705) andererseits. Dass mit Kurfürst Philipp-Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1615–1690) der Schwiegervater Leopolds I. in der Pfalz regieren sollte, sah man in Versailles zudem als Bedrohung. In langen Verhandlungen stand man 1688 vor einer Einigung: Philippe von Orléans würde auf die geforderten Territorien verzichten und sich mit „Mobilien“ begnügen.
Doch die internationale Lage hatte sich mittlerweile zugespitzt. In England drohte der Katholik Jakob II. Stuart durch Ludwigs Erzfeind Wilhelm von Oranien vom Thron verjagt zu werden, im Kurfürstentum Köln drückte der Kaiser mithilfe des Papstes seinen Kandidaten gegen den eigentlich als Nachfolger vorgesehenen und von Ludwig gestützten Kandidaten für den Thron durch. Dies war ein Gesichtsverlust, der für den König kaum hinnehmbar war.
Schwere Jahre für Heidelberg und die Kurpfalz
Gegen die hegemonialen Ambitionen Ludwigs XIV. bildete sich 1688 eine fast ganz Europa umfassende Koalition, angeführt vom Kaiser und Wilhelm von Oranien. Den Krieg eröffnete Ludwig XIV.: Im September 1688 stellte er dem Reichstag ein Ultimatum, den 1684 geschlossenen (Waffen-)Stillstand in einen dauerhaften Frieden zu verwandeln und alle Reunionen Frankreichs anzuerkennen. Zur selben Zeit drohte er der Republik der Niederlande und Wilhelm von Oranien mit Krieg, sollten sie in den englischen Wirren intervenieren.
Noch vor einer Antwort begann eine vom Dauphin, dem Thronfolger, befehligte Armee mit der Belagerung der strategisch bedeutsamen Festung Philippsburg, die sich am 30. Oktober 1688 ergab. In den Folgemonaten besetzten französische Truppen fast den gesamten Mittelrhein bis Bonn. Doch anstatt dass wie gehofft die deutschen Reichsstände angesichts dieser Offensive um Friedensverhandlungen bitten würden, versammelten sie sich hinter dem Kaiser. Dies war der Beginn des Pfälzischen Erbfolgekriegs, der in der Forschung mittlerweile als Neunjähriger Krieg bezeichnet wird und der bis nach Amerika reichte („King William’s War“).
Von diesen Ereignissen blieb Liselotte nicht unberührt. Schon am Vorabend des Feldzugs gegen Philippsburg ließ sie den Herzog von Montausier, den Erzieher des Dauphins, auflaufen, der ihr erklären wollte, dass der Dauphin für sie Heidelberg und die Kurpfalz erobern wolle. Liselotte reagierte empört: Wie könne sie es befürworten, dass ihr Name als Vorwand für die Zerstörung ihrer Heimat diene? Daher habe sie beschlossen, darüber zu schweigen, um nichts Falsches zu sagen bzw. ihren Zorn zum Ausdruck zu bringen.
Zeigte Liselotte sich hier und in weiteren Briefen hilflos und als am Boden zerstörte Beobachterin, die zusehen muss, wie ihre Heimat zerstört wird, so gibt es Hinweise, dass sie dies nicht untätig hinnehmen wollte. Der brandenburgische Gesandte in Paris Ezechiel Spanheim, ein Vertrauter aus Kindestagen, berichtete von seiner letzten Unterredung mit Madame vor seiner Abreise im Februar 1689, in der sie ihm mitteilte, ihr sei es gelungen, den König wenigstens von einer vollständigen Zerstörung Heidelbergs abzubringen.
Welchen Einfluss hat Madame?
In der Tat entging Heidelberg, anders als die strategisch bedeutsamere Festung Mannheim, im Frühjahr 1689 (noch) einer größeren Zerstörung. Inwieweit Liselotte hier tatsächlich Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nahm, muss die weitere Forschung ergeben. Es zeigt aber, wie aufmerksam sie die Zeitläufe begleitete und versuchte, den Handlungsspielraum auszunutzen, über den sie als Schwägerin des Königs verfügte.
Den Krieg begleitete sie mit zahlreichen Kommentaren besonders in ihren Briefen an Sophie von Hannover. Ausführlich berichtete sie über die Reaktionen auf die Nachricht über die Schlacht am Boyne (11. Juli 1690), in der Wilhelm von Oranien endgültig die Stuarts und ihre irischen Anhänger besiegte. Falschmeldungen, Jakob II. habe die Schlacht gewonnen, führten in Paris zu öffentlichen Ausbrüchen der Freude. Liselotte selbst wusste aber, dass es eine Niederlage war. Auf Jakob II., der ins französische Exil floh und bis zu seinem Tod einen Hof in Saint Germain unterhielt, blickte sie mit einer Mischung aus Mitleid und Spott, obwohl er ja ein naher Verwandter war. Ihre Sympathien lagen eindeutig bei Wilhelm von Oranien.
Der Krieg blieb ein Leitmotiv in ihrer Korrespondenz mit Sophie. „Die arme Pfalz jammert mich wohl von hertzen“, heißt es im Januar 1691, als sie einsah, wie wenig sie trotz aller ihrer Versuche bewegen konnte. Der überraschende Tod von Kriegsminister Louvois (1641–1691) am 16. Juli, der in den späten 1680er Jahren großen Einfluss auf Ludwig XIV. gehabt hatte, kam für Liselotte drei Jahre zu spät.
Sorge um den Sohn, der auch in den Krieg zieht
In den weiteren Kriegsjahren trat immer wieder die Sorge um ihren Sohn in den Vordergrund, der in der Armee diente und sich in Belagerungen und Schlachten, wie bei Steenkerke am 3. August 1692, auszeichnete. Liselotte berichtete darüber mit Freude, war aber andererseits besorgt angesichts seiner dabei erlittenen Verletzungen. Sie stand gleichsam „zwischen den Fronten“, denn einerseits beklagte sie die Verheerungen in der Pfalz, sie war aber andererseits stolz auf die Leistungen ihres Sohnes. So entwickelte sie einen illusionslosen Blick auf die Realität und Grausamkeit des Krieges, der seine Opfer nicht wert sei: „Der krieg ist ein heßlich ding, denn alle die, so man heütte lobt, nimbt eine stückkugel morgen weg und seindts nichts mehr“.
Der Friedensschluss von Rijswijk 1697 ging unter in ihren Berichten über die Hochzeit ihrer Tochter mit dem Erbprinzen von Lothringen.
Und schon bald kündigte sich ein neuer Konflikt an: „Man sagt, daß der König in Spanien sehr übel ist“ – die spanische Erbfolge. Die Verzögerung der Annahme des Testaments durch Ludwig XIV., die seinem Enkel Philippe von Anjou den Weg auf den spanischen Thron ebnete (als Philipp V.), begleitete Liselotte mit zahlreichen Bemerkungen in ihren Briefen. Die Nachricht vom Tod des spanischen Königs Karls II. traf am 1. November ein, doch erst am 16. November 1700 verkündete Ludwig XIV. in einer spektakulären Inszenierung in Versailles, dass er das Testament annehme.
Schon bald mischten sich Unruhe über den drohenden Krieg in ihre Briefe. Der 1701 ausgebrochene Spanische Erbfolgekrieg (1701–1713/14) war wie der Neunjährige Krieg Thema ihrer Korrespondenzen, in der sich die gleiche Haltung wiederfindet: Nachrichten über Ereignisse, Angst und Sorge um ihren Sohn, aber auch Stolz. Wie gut sie informiert war, zeigen ihre Bemerkungen über die gescheiterten Friedensverhandlungen 1709, als man Ludwig XIV. dazu bringen wollte, sich zu verpflichten, mit Gewalt seinen Enkel Philipp V. zum Frieden zu zwingen. Diese „propositionen“ fand Liselotte „recht barbarisch undt unchristlich …, dass man einen großvatter zwingen wollte seinen leiblichen enckel, der nur aus purem gehorsam die cron von Spanien auffgesetzt, zu bekriegen, das ist abscheülich und unerhört.“
Verantwortlich für diese harte Linie machte sie Eugen von Savoyen, den kaiserlichen Oberbefehlshaber, den sie noch als jungen Mann am Hof Ludwigs XIV. kennengelernt hatte. Und so war sie durchaus erfreut, dass er in der Schlacht von Denain (24. Juli 1712) eine bittere Niederlage hinnehmen musste.
Besonders in ihren Briefen an Sophie von Hannover zeigte sich Liselotte zeitlebens als kluge Beobachterin der Zeitläufe. Auch die Ereignisse der Regentschaft kommentierte sie ausführlich in den Briefen an ihre Halbschwester Louise, die letzte ihrer engsten Verwandten. Liselotte sah den Krieg mehr und mehr als das, was er war (und ist), seine unmenschliche Grausamkeit und Gewalt. Auf die Versprechungen von kriegerischer gloire fiel sie nicht herein.
Sie protokollierte die Eitelkeiten der höfischen Welt, wodurch ihre Briefe lange einer religiös-moralistischen Hofkritik als Beweis für die Korruptheit der Fürstenhöfe galten. Die alltäglichen Komödien und Tragödien in ihrer Umgebung sah sie als eine „menschliche Komödie“, als ein „Großes Welttheater“, in der man nur „unsers herr Gotts marionette“ sei. Bemerkungen wie diese deuten darauf hin, dass sie eine kritisch-pessimistische Grundhaltung entwickelte, ähnlich der zeitgenössischen Moralisten La Rochefoucauld (1613–1680) und La Bruyère (1645–1696), deren „Maximen“ und „Charaktere“ sie in ihrer Bibliothek besaß.
Diese sich entwickelnde Grundhaltung in ihren Einzelheiten zu rekonstruieren und Elisabeth Charlotte von der Pfalz, Herzogin von Orléans, genannt Liselotte und Madame, nicht mehr nur als „Anekdotenlieferantin“, sondern als ernst zu nehmende Autorin (wider Willen) zu lesen, ist Aufgabe der zukünftigen Forschung.
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