Betritt man die Heiliggeistkirche im historischen Zentrum Heidelbergs, entdeckt man im nördlichen Seitenschiff die eindrucksvollen Überreste eines Grabmals im hochgotischen Stil. Es handelt sich um die Deckplatte zum Grabmal König Ruprechts von der Pfalz und seiner Gemahlin. Der Sarkophag selbst wurde wie alle anderen der kurfürstlichen Grablege im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Der König ist auf der Grabplatte mit Krone, Zepter und Reichsapfel als Zeichen seiner Würde dargestellt. Zu seinen Füßen sieht man einen Löwen als Symbol der Majestät, zu denen der Königin einen Hund, der für Treue steht. Die schlanken Körper sind in faltenreiche, reich- verzierte Gewänder gekleidet. Der König lächelt. Er ist offensichtlich mit sich und seinen Taten im Angesicht des Jüngsten Gerichts im Reinen.
Die Historiker unserer Tage behandeln den einzigen mittelalterlichen König aus der Linie der Pfälzer Wittelsbacher aber gar nicht so glimpflich, vor allem an seiner Königsherrschaft haben sie viel auszusetzen. Der profunde Kenner Ruprechts Peter Moraw bringt das Negativurteil auf den Punkt: „Ruprecht war ein gescheiterter König, und von vornherein war die Aussicht, dass er nicht scheitern würde, gering.“ Tatsächlich handelte es sich bei Ruprecht um einen „kleinen“ König, dessen Herrschaft stets angefochten blieb und der es wegen seiner engen Spielräume nicht schaffte, seine hochgesteckten Ziele zu realisieren. Aber war er deswegen gescheitert? …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 09/2013.
Prof. Dr. Oliver Auge





