Der 22. Februar 1909 begann als nebliger, kalter Tag mit immer wieder einsetzenden Regenschauern, die auf das Deck der „Mayflower“ niedergingen. Die offizielle Jacht des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der weithin sichtbar auf ihrer Brücke stand, dümpelte wie unzählige private Segler und Motorboote in den leicht unruhigen Wassern von Hampton Roads, Virginia, vor sich hin. Als von den anderen Booten „Hurra!“-Rufe zu hören waren, richtete Theodore Roosevelt seinen Feldstecher auf den Horizont. Allmählich wurden im Morgennebel tiefschwarze Rauchsäulen sichtbar. Bald darauf konnte der Präsident im Grau ein fast strahlendes Weiß ausmachen, Objekte, die schnell näherkamen. Ein Lächeln des Stolzes ging über Roosevelts Gesicht. „The Great White Fleet“, ein Schlachtschiff-Geschwader der U. S. Navy, das zu schaffen seit mehr als einem Jahrzehnt eines seiner wichtigsten Projekte gewesen war, kehrte heim.
Hinter den 16 mit Doppelgeschütztürmen bewehrten Giganten lag eine Reise, wie sie einzigartig in den Annalen der Seefahrtgeschichte war. 14 Monate zuvor hatten die Kriegsschiffe ihren Stützpunkt Norfolk verlassen und waren zu einer Reise um die Welt ausgelaufen. Den Besatzungen war gelungen, was Experten für unmöglich gehalten hatten: eine Weltumkreisung mit einer Gesamtstrecke von mehr als 67 000 Kilometern – ohne Maschinenschäden, Verluste in Stürmen oder sonstige Missgeschicke.





