Richard Wagner hat, in bloßen Werkzahlen gemessen, kein großes Oeuvre hinterlassen. Das Wagner-Werkverzeichnis listet 113 Werke auf, alle Gelegenheitskompositionen und Widmungsblätter miteingeschlossen. Bedenkt man jedoch, dass diese Werke zu den umfangreichsten der gesamten Musikgeschichte zählen, wandelt sich das Bild. Zudem erhellt ein Blick in die Komponistenwerkstatt mit welcher Akribie der große Komponist an seinen Werken arbeitete: Wagner hat seine gewaltigen Opern nicht einmal, sondern jeweils dreimal komponiert. Zunächst als einstimmige Verlaufsskizze, dann als Klavierskizze und schließlich in der Endfassung als voll ausgearbeitete Partitur. Die Klavierskizze der Ouvertüre zu „Tannhäuser“ aus dem Jahre 1845, einem der berühmtesten Werke Wagners, ist die bedeutendste Wagner-Handschrift der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek und eines der Highlights, die in der Ausstellung im Original zu sehen sind.





