Die Ausstellung ist in neun Bereiche gegliedert. Den Auftakt bildet der „Jaguar von Xalla“, eines der jüngsten Fundstücke und zugleich Beispiel der dekorativen Monumentalarchitektur. Nach einer Einführung in die Entwicklung der Stadt folgen Schwerpunkte zu Architektur und Stadtplanung sowie dem gesellschaftlichen Leben. In der Ausstellung findet sich auch eine Rekonstruktion des Grabes, das bei Grabungsarbeiten von 1998 bis 2004 unter der Mondpyramide gefunden wurde. Die Originalobjekte sind in Vitrinen ausgestellt. Religion, Götter, Rituale sowie kultureller Austausch sind weitere Themen der Schau.
Das UNESCO-Weltkulturerbe Teotihuacan, aus dem ein Großteil der ausgestellten Objekte stammt, liegt 50 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt. Zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und etwa 650 n. Chr. wurde dort ein einzigartiges Zeremoniezentrum geschaffen, für das man sich an astronomischen Beobachtungen orientierte. Die wichtigsten Pyramiden sind die 63 Meter hohe Sonnenpyramide mit einer Seitenlänge von über 215 Metern. Die Mondpyramide am nördlichen Ende der „Straße der Toten“ erreicht 48 Meter Höhe. Das südliche Ende der Anlage dominiert der Tempel der Gefiederten Schlange, die im Aztekischen „Quatzalcoatl“ genannt wurde. Bis zu einem verheerenden Brand im 7. Jahrhundert war Teotihuacan das politische, militärische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Mesoamerikas. In seiner Blütezeit lebten über 160.000 Menschen in der Pyramidenstadt. Von etwa 650 n. Chr. begann deren Einfluss zu schwinden, bis die Stadt um 750 n. Chr. schließlich aus noch nicht vollständig geklärten Gründen weitgehend zerstört und verlassen wurde. Welches Volk die Stadt erbaute und besiedelte ist bis heute ungeklärt. Konsens herrscht heute in Forscherkreisen lediglich darüber, dass die Erbauer und Bewohner weder der Kultur der Olmeken noch der der Tolteken angehörten.
Die Azteken, die bei ihrer Einwanderung ins Hochland von Mexiko Teotihuacan als bereits seit mehreren Jahrhunderten verlassene Ruinenstätte vorfanden, sahen in ihr einen mythischen Ort und nannten sie mit dem bis heute fortlebenden Namen „Teotihuacan“. Sie verstanden diesen Namen als „wo man zu einem Gott wird“.





