Seit seiner Gründung – vermutlich Ende des 10. Jahrhunderts – profitierte Danzig von der günstigen Lage im Mündungsdelta der Weichsel. Waren aus dem gesamten Einzugsgebiet des Flusses wurden im Hafen der Stadt auf seetüchtige Schiffe umgeladen. 1308 übernahm der Deutsche Orden die Stadt. Die Ordensritter führten hier 1343 ihr „Kulmer Recht“ ein, bis dahin hatte das „Lübische Recht“ (nach der Stadt Lübeck) gegolten. Die Danziger Altstadt wird noch heute „Rechtstadt“ genannt.
Das berühmteste Zeugnis des florierenden Handels zur Hanse-Zeit ist der 1444 fertiggestellte Kran – damals der größte in Europa – mit dem die Schiffe be- und entladen wurden. Wie fast die gesamte Innenstadt, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu 90 Prozent zerstört war, musste auch dieses Wahrzeichen der Stadt in der Nachkriegszeit wiederaufgebaut werden.
1454 endete die Herrschaft des Deutschen Ordens. Die Stadt unterstand danach dem polnischen König, bewahrte sich aber immer eine gewisse Autonomie. Bei der Teilung Polens 1793 fiel Danzig an Preußen.
Seit dem 16. Jahrhundert war es zunehmend schwerer geworden, große Schiffe bis direkt nach Danzig zu steuern. Der Kanal zur Ostsee verlandete immer mehr. Die Einfahrt wurde künstlich verbreitert und vertieft, später entstand hier der Seehafen Danzigs: Neufahrwasser (Nowy Port).
Ein Nebenprodukt der Arbeiten an der Fahrrinne war die sogenannte Westerplatte. Die neu entstandene Insel aus Sandablagerungen wurde im 19. Jahrhundert zunächst als Ostseebad genutzt. In die Geschichte ging sie allerdings nicht wegen ihres schönen Sandstrands ein, sondern als Ort der ersten Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs.
Laut Versailler Friedensvertrag war Danzig seit 1920 „Freie Stadt“, unter Oberaufsicht des Völkerbunds. Polen sollte so Zugang zu einem Tiefwasserhafen an der Ostsee gewährt werden. 1924 wurde Polen im Hafen von Neufahrwasser zudem die Einrichtung eines vom eigenen Militär bewachten Munitionsdepots genehmigt. Als Standort wurde die Westerplatte ausgewählt. Auf diesen Stützpunkt richtete am 1. September 1939 das deutsche Schlachtschiff „Schleswig-Holstein“ seine Kanonen. Sieben Tage lang leistete die kleine polnische Garnison Widerstand, dann ergab sie sich.
Blickt man heute hinüber zur Westerplatte, überragt das Denkmal zur Erinnerung an die gefallenen Verteidiger die dichte Vegetation der Insel. Für Polen wurde der erbitterte Kampf um die Westerplatte zum Symbol für den Widerstand gegen Deutschland.





