In Bezug auf seine Staatsform war das noch junge Land seit jeher wankelmütig gewesen. Nachdem es jahrtausendelang eine Existenz als unbedeutende Landschaft innerhalb riesiger Großreiche gefristet hatte – erst des Römischen, dann des Byzantinischen, schließlich des Osmanischen –, erlangte Albanien 1912 infolge des ersten Balkankrieges überraschend die Unabhängigkeit. Auf Drängen der europäischen Großmächte wurde der neue Staat zum Fürstentum – und der deutsche Adlige Wilhelm von Wied zu seinem Fürsten.
Doch kaum hatte er seine Regentschaft 1914 angetreten, da war sie auch schon wieder vorbei. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging Wilhelm zurück in die Heimat, und Albanien wurde von jugoslawischen, griechischen, österreichischen, französischen und schließlich italienischen Truppen besetzt.
Nach dem Krieg kehrte Wilhelm nicht zurück. Aus den nun folgenden Machtkämpfen ging schließlich Ahmet Zogu als Sieger hervor, der dem Land erst als Ministerpräsident und dann als Präsident diente, ehe er sich 1928 selbst zum König erklärte.
Zogu I. war ein König von italienischen Gnaden. Im Bemühen, das von Agrarwirtschaft dominierte und kaum durch Straßen erschlossene Land zu modernisieren, war er auf Kredite des großen Nachbarn jenseits der Adria angewiesen. Italien gewährte diese – zum Preis einer Art Schuldknechtschaft. Als sich der Zweite Weltkrieg anbahnte, überredete der italienische Außenminister Galeazzo Ciano seinen Schwiegervater Benito Mussolini, dass die Zeit gekommen sei, das hochverschuldete, quasi-abhängige Albanien zu annektieren. Nach anfänglichem Zögern stimmte der „Duce“ zu. So begann der Zweite Weltkrieg für die Albaner etwas früher als für den Rest der Welt, nämlich schon im April 1939, mit dem Einmarsch italienischer Truppen. König Zogu floh, das Sagen hatte nun ein italienischer Gouverneur.
Für Mussolini war das Land nicht mehr als ein Sprungbrett für den Angriff auf Griechenland, der am 28. Oktober 1940 erfolgte. Doch die Invasion geriet zum Desaster. Als auch die folgende Frühjahrsoffensive scheiterte, griff die Wehrmacht in den Kampf ein. Der Ruf der italienischen Armee war mittlerweile jedoch arg ramponiert – was dem albanischen Widerstand Auftrieb verlieh.
Dass die Wehrmacht auf ihrem Balkanfeldzug auch Jugoslawien besetzte, hatte zudem große Folgen für die wenigen kommunistischen Gruppen im Land. Aus dem Nachbarland geflohene Kommunisten drängten die albanischen Genossen, sich zu einer einzigen Partei zusammenzuschließen.
Zum Zentralkomitee der neuen Partei gehörte auch Enver Hoxha, der während seines Studiums in Frankreich zum Kommunisten geworden war. Als er 1936 nach Albanien zurückkehrte und eine Stelle als Lehrer in Korça annahm, schloss er sich der lokalen kommunistischen Gruppe an. Durch sein geschicktes, ebenso moderates wie moderierendes Auftreten avancierte er rasch zur Führungsfigur der neuen Partei.





