Philips Wouwerman – ein heute eher unbekannter holländischer Maler des Barock – erkannte ebenfalls die Beliebtheit der Pferde und stellte dieses Motiv in den Mittelpunkt seiner Werke. 1619 in Haarlem geboren und von seinem Vater zusammen mit seinen zwei Brüdern künstlerisch unterrichtet, arbeitete er von 1638 bis 1640 in einem Hamburger Atelier, ehe er wieder nach Haarlem zurückkehrte und dort 1668 verstarb. In vielen seiner Arbeiten malte der detailverliebte Künstler Schimmel, Schecken, Rappen oder Braune in verschiedenen, oft alltäglichen Situationen. Diese erstreckten sich von Kriegs- und Schlachtszenen über Jagdgesellschaften, Pferdeställe, Schmieden, Heuernten, bis hin zu Viehmärkten und Reitschulen. Aber auch bloße Landschaften, Historien und Allegorien gehörten zu seinen Sujets.
Wouwermans künstlerisches Schaffen umfasst etwa 600 Werke, die er zwischen 1639 und 1668 anfertigte. Davon halten 25 Gemälde und zehn Zeichnungen Einzug in die Ausstellung „Philips Wouverman 1619-1668 – Von Pferden und anderen Leidenschaften“, die in Kooperation mit dem Mauritshuis in Den Haag jetzt in Kassel zu bestaunen sind. Die ausgewählten Arbeiten des Künstlers stammen aus diversen Einrichtungen von internationalem Rang. Darunter das Rijksmuseum in Amsterdam, das Mauritshuis in Den Haag, die National Gallery in London, das Museum of Fine Arts in Boston, das Nationalmuseum in Stockholm und die Gemäldegalerie in Berlin. Aber auch Privateigentümer stellten Leihgaben zur Verfügung. Im Unterschied zu seinem heutigen Bekanntheitsgrad waren bei zeitgenössischen Fürsten seine Werke sehr beliebt. Das bezeugt auch die ehemalige Sammlung von Landgraf Wilhelm VIII. (1682-1760), die allein 22 seiner Bilder beherbergte. Diese werden nun ebenfalls in der Sonderausstellung in Kassel präsentiert.
Die Ausstellung wird im Anschluss vom 12. November 2009 bis zum 28. Februar 2010 im Mauritshuis in Den Haag zu sehen sein.
Im Hirmer Verlag München erscheint zur Ausstellung ein ausführlicher Katalog.





