Nur ein unzivilisierter Heide reite in eine Kirche, empörten sich im Mittelalter Gläubige beim Anblick der Reiterskulptur. Doch die Kleidung, die stolze Pose und nicht zuletzt das bekrönte Haupt ließen eher auf eine Persönlichkeit von edler Herkunft schließen. Unter einem Baldachin an einem Pfeiler des Ostchors stehend, blickt der junge Mann mit ernster Miene vom hohen Ross in das Mittelschiff des Bamberger Doms. Mit der linken Hand hält er die Zügel, mit dem Zeigefinger der rechten Hand in einer Bandschlaufe zieht er lässig den Tasselmantel über die Schulter.
Die Aufstellung des Standbilds aus Sandstein – das damals noch farbenprächtige Kunstwerk eines anonymen Meisters – erfolgte vermutlich kurz vor der Weihe des Domneubaus 1237. Nur: Welche Figur dargestellt wird, ist bis heute wissenschaftlich nicht zweifelsfrei geklärt.





