SPD-Parteivorsitzender während des umstrittenen „Burgfriedens“, Volksbeauftragter während der Novemberrevolution, erster Reichspräsident der von Extremisten bedrohten Weimarer Republik – Friedrich Ebert (1871 –1925) befand sich in deutschen Schicksalsjahren an den Schalthebeln der Politik. Während die Geburtswohnung den Kern der Gedenkstätte bildet, folgt die anschließende Ausstellung unter Einbeziehung der umliegenden Gebäude Eberts Karriere chronologisch mit zehn an den Lebensstationen orientierten Themenräumen. Beide Orte zeigen Eberts Rolle bei den Weichenstellungen der deutschen Geschichte als Resultat eines steilen Aufstiegs – der Politiker selbst stammte aus bescheidenen Verhältnissen.
Als typischer „Altstadtbub“ kam er 1871 als siebtes von neun Kindern eines Heidelberger Schneiders zur Welt. Einkommen und Wohnverhältnisse der Familie waren ärmlich. Laut einer Dissertation aus dem Jahr 1925 fehlten den Bewohnern der Heidelberger Altstadt „die drei wichtigsten Bedingungen der körperlichen Gesundheit und des seelischen Gleichgewichtes: Luft, Licht und Sonne. … Tummelplatz und Aufenthaltsort der Kinder ist die Straße.“ Dieser Eindruck wird direkt erfahrbar, wenn man die kleine Holztreppe zur Geburtswohnung hinaufsteigt. Die niedrige Decke lastet nur wenige Zentimeter über den Besuchern, für eine Durchgangstür muss sogar der Kopf eingezogen werden. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 12/2013.
Alexander Tullius





