Eine verbreitete Legende behauptet, der 15-jährige Mohammed Achmed ed-Dib („der Wolf“) vom Stamm der Ta’amireh habe auf seiner Suche nach einer verirrten Ziege in einer Felsspalte an einem steilen Abhang nordöstlich der antiken Siedlung einen schmalen Hohlraum entdeckt. Auf dessen Grund befanden sich zahl‧reiche, größtenteils zerstörte Tonkrüge. Drei dieser etwa 60 Zentimeter hohen Krüge bargen mit Stoff um‧wickelte, an ihren Rändern vermoderte und brüchige, beschriftete Lederrollen. Tatsächlich suchte der junge Hirte zwischen den zerklüfteten Mergelfelsen wohl nach einem Versteck für Schmuggelware, welche die Ta’amireh aus Jordanien in das englische Mandatsgebiet brachten.
Im Stammeslager der Beduinen bei Bethlehem versuchte man zunächst erfolglos, die Schriftrollen einem lokalen Antiquitätenhändler zu verkaufen. Vermeintlich wertlos, dienten einige Fragmente wohl als Brennmaterial. Erst im April 1947 zeigte der unter dem Ladentisch auch mit illegalen Fundstücken handelnde christliche Schuhmacher Khalil Eskander Shahin („Kando“) Interesse und bot die verklebten Rollen, die er für alte syrische Texte hielt, seinerseits in Jerusalem dem Metropoliten der syrisch-orthodoxen Kirche, Mar Athanasius Jeschue Samuel, zum Kauf an. Zum Preis von 24 jordanischen Pfund, was damals etwa 100 US-Dollar entsprach, wechselten gegen Ende des Jahres 1947 insgesamt vier Fundstücke ihren Besitzer. Mohammed ed-Dib erwarb von seinem Anteil an dem Erlös 20 Ziegen, ein Gewehr und eine Frau. …
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