Einen grausameren Tod hätte Gustav II. Adolf (reg. 1611– 1632) nicht erleiden können. Zunächst verloren er und seine Beschützer im Nebel und Schießpulverqualm den Kontakt zu den eigenen Truppen. Danach überfielen ihn kaiserliche Kürassiere; eine Musketenkugel zersplitterte seinen linken Ellbogen, er verlor viel Blut. Einer der Soldaten schoss dem König in den Rücken, die Kugel durchdrang seine Lunge. Er stürzte aus dem Sattel, blieb aber mit einem Fuß im Steigbügel hängen und wurde von seinem fliehenden Pferd mitgeschleift. Die feindlichen Soldaten stürzten sich auf ihn, ohne zu wissen, wer vor ihnen auf dem Boden lag. Sie stachen mit Bajonetten auf den König ein, ehe ihn eine Kugel in den Kopf von dem Martyrium erlöste.
Die Schlacht bei Lützen am 16. November 1632 war eine Schlacht ohne Sieger. An den gewaltsamen Tod des Schwedenkönigs und die Tausenden Gefallenen erinnerte zunächst nur symbolhaft ein Granitfindling, später „Schwedenstein“ genannt, der neben der Leiche des Königs gelegen hatte. Gustav II. Adolf war in den verbündeten Ländern Brandenburg und Sachsen hoch angesehen, er galt als Retter des deutschen Protestantismus. Nach dem Wiener Kongress 1815, der die Machtverhältnisse in Europa neu ordnete, fiel Lützen an das Königreich Preußen.





