Palácio do Catete in Rio de Janeiro, 24. August 1954: Der brasilianische Präsident Getúlio Dornelles Vargas trug noch seinen gestreiften Pyjama. Um acht Uhr morgens setzte er den Lauf seines Colt-Revolvers, Kaliber 32, auf seine Brust und drückte ab. Mit diesem Schuss ins Herz endete die Karriere eines Mannes, der Brasilien seit 1930 – mit einer Unterbrechung in den Jahren 1945 bis 1950 – seinen Stempel aufgedrückt hatte.
In auswegloser Lage wählte der machtgewohnte Politiker an diesem Morgen den Selbstmord. Kurz zuvor hatte ihn das Militär ultimativ zum Rücktritt aufgefordert. Aber der selbsternannte „Vater der Armen“ trat nicht kampflos ab. Das „Brief-Testament“, das er hinterließ, ist eine emotionale und zugleich wohl kalkulierte Abrechnung mit seinen Gegnern – und eine letzte Botschaft an seine Anhängerschaft.





