Dem Autor des umfangreichen Bandes – kein Historiker, sondern Professor für bürgerliches und Zivilprozess-Recht in Kiel – gelingt es, dieses komplexe Thema mit großer Gründlichkeit darzustellen. Die diplomatischen Aktivitäten finden ebenso Berücksichtigung wie die militärischen Aktionen der kriegführenden Parteien. Neben der reinen Ereignisgeschichte, durch deren Betrachtung die Darstellung dominiert wird, lässt sich Stefan Smid allerdings auch auf Aspekte des Krieges ein, die neuere Ansätze der historischen Forschung spiegeln, die strukturellen Gegebenheiten der Armee etwa oder die Finanzierung des Krieges (so im Kapitel „Militärische Potentiale“).
Andere spannende Themenbereiche wie etwa die Propa‧ganda und Medienpolitik der kriegführenden Mächte oder die Implikationen auf die Bevölkerung fallen ganz weg oder kommen zu kurz, was zum Teil auch mit der Literaturauswahl zusammenhängt, die von traditionellen politisch-militärischen Darstellungen geprägt ist. Dennoch leistet diese ausführliche und detaillierte Schilderung des Spanischen Erbfolgekriegs einen wesentlichen Beitrag zum Wissen über das 18. Jahrhundert, in dessen Betrachtung zwar die handelnden Personen wie der Prinz Eugen, Marlborough, Ludwig XIV. oder die Kaiser Leopold I. und Josef I. eine gewichtige Rolle spielen, der große und für die Beteiligten schreckliche Krieg allerdings zu wenig Beachtung gefunden hat.
Rezension: Prof. Dr. Karl Vocelka





