Struensee, ein Hamburger Arzt, hatte den psychisch kranken König wenige Jahre zuvor auf einer Reise durch Europa begleitet, sein Vertrauen gewonnen und war schnell zu seinem Ratgeber aufgestiegen. Als Wirklicher Etatrat und wenig später als Geheimer Kabinettsminister versuchte er, das absolutistische Dänemark im Sinn der Aufklärung zu reformieren. In nur 16 Monaten plante er eine Verbesserung des Finanzwesens, schaffte Folter und Todesstrafe sowie die Leibeigenschaft ab, führte die Pressefreiheit ein und unterstützte die Gründung von Hospitälern und Waisenhäusern.
Die Zahl seiner Gegner am dänischen Hof und unter den Angehörigen des Adels wuchs mit jedem der unzähligen Dekrete, die Struensee im Namen des Königs erließ, fürchtete das konserva‧tive Lager doch eine weitere Schwächung seiner Position. Zu Fall brachte den ungeliebten Emporkömmling schließlich seine Beziehung zur Königin Caroline Mathilde. Zwischen den beiden entwickelte sich eine Liebesaffäre, die von der Stiefmutter des Königs, einer der Gegnerinnen Struensees am Hof, gezielt gegen den Reformer verwendet wurde. Struensee und sein Vertrauter wurden zum Tod verurteilt.





