Nach der geglückten Landung in der Normandie und dem weiteren Ausgreifen in Nordfrankreich ergaben sich für die Westalliierten rasch unerwartete Handlungsmöglichkeiten. In der sogenannten Kesselschlacht von Falaise – südlich von Caen – konnten Briten, Amerikaner, Polen, Kanadier und de Gaulles „Freie Franzosen“ Mitte August 1944 die Gegenseite erheblich schwächen: Rund 50 000 Deutsche gerieten in Gefangenschaft, Hunderte ihrer Panzer, Sturmgeschütze und Fahrzeuge blieben zurück. Allerdings konnten auch deutsche Verbände entkommen, weil der Kessel nicht vollständig geschlossen wurde. Danach stand den Alliierten Nordfrankreich bis zur Seine offen. Am 25. August folgte die Einnahme der Hauptstadt Paris, in der sich la libération – die Befreiung Westeuropas von der NS-Gewaltherrschaft – symbolhaft verdichtete. Die stark dezimierten deutschen Verbände zogen sich derweil hinter die Seine zurück.
Obgleich es zu teilweise gravierenden Verzögerungen bei der Umsetzung von „Overlord“ gekommen war, bestand für die Westalliierten nun die Gelegenheit, die sich zurückziehenden Wehrmachtsverbände vernichtend zu schlagen und vergleichsweise ungehindert Richtung Reichsgebiet vorzudringen. Angesichts dessen entschied der Oberkommandierende der alliierten Streitkräfte in Europa, General Dwight D. Eisenhower, Ende August 1944, früher als geplant über die Seine auszugreifen und mit der 21st Army Group Richtung Lüttich, Aachen und Ruhrgebiet vorzustoßen. Im Verlauf der Offensive sollte es dabei zu einer Vereinigung der in Nordfrankreich operierenden Verbände mit den von der Mittelmeerküste vordringenden westalliierten Truppen kommen. Diese waren dort Mitte August im Rahmen der Operation „Dragoon“ abgesetzt worden und stießen nun wesentlich schneller als erwartet nach Norden vor. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 06/2014.
Dr. Michael Jonas





