Erste Hinweise auf die Person und das Werk von Ramón Llull gewährt bereits ein genauer Blick auf sein Grabmal in der Basilika Sant Francesc unweit der Touristenströme in der mallorquinischen Inselhauptstadt Palma. Geschaffen wurde es Ende des 14. Jahrhunderts vom Bildhauer Francesc Sagrera. Das Monument steht für den Anspruch des Franziskanerordens, die Verehrung des bedeutenden Religionsphilosophen an sich zu ziehen.
Die gestalterische Anordnung des Grabs von Ramón Llull in einer Gewölbenische der Kirche links vom Hauptaltar ist äußerst ungewöhnlich. Der Tote ist in der oberen Körperhälfte liegend und auf einem Kissen ruhend in Gebetshaltung dargestellt, doch sein Gesicht zeigt nicht nach oben, sondern ist dem Betrachter zugewandt. Die Gesetze der Schwerkraft überwindend, scheint er zu schweben. Das christusähnliche Antlitz wirkt würdevoll und asketisch. Haar und Bart bedecken Schultern und Brust.





