Am 6. April 2025 traf am Flughafen von Lima eine ungewöhnliche Fracht ein: eine kleine Kiste im Stil der Steinmauern der Inka, verziert mit Sonne und Mond. Sie barg die symbolischen Überreste zweier Menschen. Eigens zu diesem Anlass waren sie kurz zuvor vereint worden. Sie stammen von Fernando Túpac Amaru Condorcanqui, gestorben 1798 im spanischen Exil, und seiner Mutter Micaela Bastidas, 1781 hingerichtet auf dem Marktplatz von Cuzco, ehemals Hauptstadt des vorkolonialen Inka-Reichs. Eine Abordnung Indigener, gekleidet in traditionelle Gewänder, nahm die Urne in Lima feierlich in Empfang.
Der Hintergrund dieses Ereignisses ist eine grausame Geschichte, angesiedelt zwischen Spanien und Peru, in einem unheilvollen Klima von Kolonialismus und Rebellion, persönlichem Leid und politischer Ambition. Fernando war 1781 zwölf Jahre alt, als er gezwungen wurde, die Auslöschung seiner Familie mitanzusehen. Neben der Mutter starben sein Vater José Gabriel Condorcanqui, bekannt als Túpac Amaru II., und sein älterer Bruder Mariano. Allen dreien wurde vor ihrer Enthauptung die Zunge herausgerissen, der Leichnam des Vaters anschließend noch gevierteilt.





