1780/81 kam es in Peru zu einem Aufstand Indigener gegen die spanischen Kolonialherren. An seiner Spitze standen José Gabriel Condorcanqui, der sich in Anlehnung an den letzten Inkaherrscher Túpac Amaru nannte, und seine Ehefrau Micaela Bastidas.
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Am 6. April 2025 traf am Flughafen von Lima eine ungewöhnliche Fracht ein: eine kleine Kiste im Stil der Steinmauern der Inka, verziert mit Sonne und Mond. Sie barg die symbolischen Überreste zweier Menschen. Eigens zu diesem Anlass waren sie kurz zuvor vereint worden. Sie stammen von Fernando Túpac Amaru Condorcanqui, gestorben 1798 im spanischen Exil, und seiner Mutter Micaela Bastidas, 1781 hingerichtet auf dem Marktplatz von Cuzco, ehemals Hauptstadt des vorkolonialen Inka-Reichs. Eine Abordnung Indigener, gekleidet in traditionelle Gewänder, nahm die Urne in Lima feierlich in Empfang.
Der Hintergrund dieses Ereignisses ist eine grausame Geschichte, angesiedelt zwischen Spanien und Peru, in einem unheilvollen Klima von Kolonialismus und Rebellion, persönlichem Leid und politischer Ambition. Fernando war 1781 zwölf Jahre alt, als er gezwungen wurde, die Auslöschung seiner Familie mitanzusehen. Neben der Mutter starben sein Vater José Gabriel Condorcanqui, bekannt als Túpac Amaru II., und sein älterer Bruder Mariano. Allen dreien wurde vor ihrer Enthauptung die Zunge herausgerissen, der Leichnam des Vaters anschließend noch gevierteilt.
Das erste große Aufbegehren gegen die Spanier
Die damalige öffentliche Exekution war der letzte Akt eines Dramas, das mit der spanischen Eroberung Perus seit 1532 seinen Ausgang genommen hatte. Nachdem er anfangs mit dem spanischen Konquistador Francisco Pizarro ein Bündnis geschlossen hatte, kündigte der Inka-Herrscher Manco Cápac II. dieses wieder auf: Zu schlecht behandelten die Europäer die Ureinwohner, seine Person eingeschlossen.
Nach einem mit Mühe niedergeschlagenen Aufruhr, der gescheiterten Belagerung der alten Hauptstadt Cuzco und einem misslungenen Angriff auf die von Pizarro gegründete Hauptstadt Lima zog sich Manco Cápac II. nach Vilcabamba zurück. Der etwa 100 Kilometer nordöstlich von Lima gelegene Ort bildete das Zentrum des antikolonialen Widerstands. Er blieb es auch nach dem Tod Manco Cápacs II. im Jahr 1544. Dieser hatte ausgerechnet jener Gruppe rivalisierender Konquistadoren arglos Unterschlupf gewährt, die einen tödlichen Anschlag auf Pizarro verübt hatten, und wurde von ihnen ermordet.
Erst als die Inka-Würde an Manco Cápacs Sohn Túpac Amaru übergegangen war, gelang es den Spaniern, Vilcabamba einzunehmen und somit die Eroberung Perus zu vollenden. Túpac Amaru entkam ihnen zunächst. Später wurde er auf seiner langen Flucht gefasst und nach Cuzco überstellt. Dort wurde Túpac Amaru am 24. September 1572 hingerichtet, als Fanal, das jeden seiner Untertanen von künftigem Ungehorsam gegenüber der spanischen Krone abhalten sollte.
„An dem Tag der Hinrichtung“, berichtet der spanische Chronist Tristán Sánchez, später königlicher Schatzmeister in Lima, „fanden sich auf dem Hauptplatz der Stadt, wo das Schafott aufgebaut war, über 100 000 Indios und Indias ein und begannen laut zu weinen und zu trauern über ihren König und Herrn.“ Obwohl „am Ende seiner Kraft und kaum noch der Sprache mächtig“, rang sich der Inka zu einer letzten Ansprache an sein Volk durch. „Augenblicklich hörte das Schreien und Jammern auf und es herrschte eine absolute Stille, als atme auf dem Platze kein lebender Mensch. Eine solche geistige Macht übte noch das incaische Königtum auf seine Untertanen aus.“
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Auch nach der Exekution hielt die geschilderte Wirkung an – wie sich viel später zeigen sollte, sogar über das Ende des Kolonialreichs hinaus. Die Spanier wollten weitere Zeichen setzen und stellten das abgeschlagene Haupt Túpac Amarus auf einem Pfeiler aus. Bald jedoch ließen sie es wieder herunternehmen, „denn eine beängstigende Anzahl von Indios verharrte auf dem Platz in Anbetung des verehrten Hauptes, ohne zu essen, und wollte sich nicht von ihm trennen“.
Mit Túpac Amarus Ende war die Linie der Inka-Herrscher ausgelöscht. In der Folge festigten die Kolonialherren ihre Macht und bauten die eroberten Gebiete zum Vizekönigreich Peru aus, das neben dem Kernland auch das heutige Bolivien und Ecuador sowie den Norden Chiles und Argentiniens umfasste. Doch im 18. Jahrhundert erlebte das koloniale Peru eine schwere Wirtschaftskrise. Die Silberproduktion im Bergbauzentrum Potosí, das zeitweise rund 160 000 Einwohner hatte, war gegenüber der Blütezeit um die Hälfte zurückgegangen.
Erst eine Verwaltungsreform, angestoßen vom spanischen König Karl III. (reg. 1759–1788), schaffte Abhilfe, wenn auch nur vorübergehend. Bereits vorhandene Steuern wurden effizienter eingetrieben, dazu ein neuer Frondienst eingeführt: Die mita verpflichtete jeden erwachsenen männlichen Indigenen zur unentgeltlichen Arbeit in den Bergwerken. Bis zu zwölf Monate konnte der Einsatz dauern, von dem Spanischstämmige ausgenommen waren.
Weiter wurden überall im Landesinnern Zollstationen errichtet, an denen die alcabala, eine zunächst zwei-, bald vier- und seit 1776 sechsprozentige Zusatzsteuer auf alle einheimischen, nicht aber auf zuvor importierte Handelswaren abgeführt werden musste.
Auf die Zollerhöhung folgen zahlreiche Revolten
Die eingeborene Bevölkerung widersetzte sich dieser Praxis mit allen Mitteln, häufig auch mit Gewalt. Allein seit der letzten Zollerhöhung kam es in Peru zu 37 lokalen Revolten. Eine davon hatte ihren Ursprung im Herbst 1780 in der andinen Hochregion südlich von Cuzco. In kurzer Zeit weitete sie sich zum größten Aufstand gegen die spanische Kolonialmacht seit der Erhebung Túpac Amarus aus.
Es begann mit einem Hinterhalt. Opfer war der spanische Statthalter der Provinz Tinta, Antonio de Arriaga. Bei einem Ritt durch das Dorf Tungasuca wurde er vom dortigen Kaziken José Gabriel Condorcanqui festgesetzt. Die Kaziken, in der Regel Indigene, waren Dorfvorsteher und hatten zu gewährleisten, dass die von der mita Betroffenen ihren Dienst antraten. Arriaga wachte scharf über die Einhaltung und war erpicht auf möglichst viele Teilnehmer. Den Kaziken konnte dies nicht gefallen, da sich der Unmut im Volk in erster Linie gegen sie richten würde.
Einen weiteren Groll gegen die Spanier hegte Condorcanqui aus beruflichen Gründen: Als Inhaber eines Maultiertransportunternehmens hatte er starke finanzielle Einbußen durch die Erhebung der alcabala und die Errichtung der Zollhäuser erlitten. Condorcanqui forderte von Arriaga die Abschaffung der Steuer und eine Entschädigung für die mita. Tatsächlich gelang es ihm binnen sechs Tagen, Waffen sowie eine beträchtliche Menge Silbermünzen und Gold zu erpressen.
Für Arriaga blieb die Lage dennoch brisant. Immer mehr Unzufriedene hatten sich vor dem Haus eingefunden, in dem er gefangen gehalten wurde. Am 10. November 1780 wurde der Statthalter schließlich – nach kurzem Prozess – öffentlich gehängt.
Condorcanqui konnte nun nicht mehr zurückrudern und wollte es auch nicht. Um eine möglichst große Anzahl der 850 000 in Peru ansässigen Indigenen und Mestizen (Mischbevölkerung aus Europäern und Indigenen) hinter sich zu versammeln – ihnen standen rund 140 000 Spanier gegenüber –, strickte er an der Legende, in direkter Linie aus dem Herrscherhaus der Inka abzustammen. Condorcanqui gab sich den Namen Túpac Amaru.
Die Berufung auf die Tradition entbehrte jedoch jeden Inhalts. Selbst wenn er indigene Wurzeln besaß, hatte er ihre Pflege vernachlässigt. Er führte das Leben eines Angehörigen der spanisch-kreolischen Oberschicht, aus der die zweite Linie seiner Vorfahren stammte. Der von Jesuiten erzogene Condorcanqui war gebildet, sprach Spanisch und beherrschte Latein, war aber nicht der Landessprache Quechua mächtig, was sich als Nachteil erweisen sollte.
Verschiedene Gruppen folgen der Revolte
Getragen wurde der Aufstand von der nicht sehr zahlreichen peruanisch-indigenen Mittelschicht: Handwerkern, kleinen Kaufleuten und freien Bauern. Unterstützung fand sie bei den 80 000 schwarzen Sklaven und Mulatten (Mischbevölkerung aus Europäern/Indigenen und Schwarzafrikanern) im Land. Nicht nur, dass Condorcanqui für die Befreiung der Sklaven eintrat – ein weiteres, noch stärkeres Bindeglied war seine Heirat mit Micaela Bastidas, die aus der Ehe eines afrikanischstämmigen Predigers mit einer Indigenen stammte. Bastidas sorgte schließlich auch für Condorcanquis Akzeptanz bei den Ureinwohnern.
Von Condorcanqui und Bastidas – die beiden hatten 1760 geheiratet, als er 19 und sie 16 war – ist ein Briefwechsel aus dem ersten Aufstandsjahr erhalten. Er belegt, dass die Eheleute sich auf Augenhöhe begegneten. Überhaupt waren partnerschaftliche statt hierarchische Ehestrukturen bei Indigenen zwar lange nicht die Regel, aber wohl doch wesentlich zahlreicher anzutreffen als bei Spaniern.
Entsprechend häufig waren Frauen auch an den Revolten beteiligt, sogar mit militärischem Kommando, nicht nur in Peru, sondern auch im zweiten lateinamerikanischen Aufstandzentrum Mexiko. Von ihrem „aggressiven, sogar männlichen Auftreten“ zeigten sich die spanischen Behörden „schockiert“ und „entsetzt“, schreibt die US-Historikerin Susan Kellogg, da es nicht zum traditionellen europäischen Bild „zerbrechlicher, ungebildeter Frauen“ passte.
Die spanische Reaktion ist zunächst unzureichend
Die Nachricht von der Rebellion des neuen Túpac Amaru verbreitete sich rasch. Noch sahen die Spanier der Angelegenheit gelassen entgegen. Rasch wurde ein Miliztrupp von 600 Mann zusammengewürfelt. Das kleine Heer erwies sich jedoch als zu schwach, den zahlenmäßig um ein Vielfaches überlegenen Rebellen im Gefecht standzuhalten, und wurde völlig aufgerieben.
Dieser erste Sieg in einer militärischen Auseinandersetzung, von den Spaniern als Schmach empfunden und von den Einheimischen begeistert gefeiert, beflügelte Condorcanqui und seine Anhänger. Nach weiteren erfolgreichen Gefechten kontrollierten die Aufständischen bald die gesamte Region rund um den Titicacasee und bedrohten sogar die Städte Arequipa im Süden Perus und Arica im Norden des heutigen Chile.
Während Condorcanquis Abwesenheit übernahm Bastidas seine Aufgaben als Kazike in Tungasuca. Darüber hinaus rekrutierte sie neue Kämpfer und organisierte den Nachschub in den eroberten Regionen. Dort lag die Verwaltung zum Teil noch in spanischer Hand. Ihre Anweisung an einen Provinzgouverneur, einem Trupp Aufständischer freies Geleit zu gewähren, unterstrich Bastidas mit der Drohung: „Und wenn Eure Gnaden damit nicht einverstanden sind, verspreche ich, Sie mit aller Härte zu erledigen, wie ich es mit anderen getan habe.“ Humor bewies Bastidas auch. Ihr diktierter Brief (sie selbst konnte weder lesen noch schreiben) endete mit der vermeintlich versöhnlichen Zeile: „In der Zwischenzeit möge Gott, unser Herr, Sie für viele Jahre bewahren.“
Bastidas’ Korrespondenz nicht nur mit ihrem Mann, sondern auch mit anderen Führern des Aufstands, so Susan Kellogg, „enthüllt ihre Intelligenz und Stärke, ihre strategischen Fähigkeiten und ihre Hingebung an die Sache.“ Überhaupt sah sie vieles klarer als ihr Gatte. Nachdem die Rebellen sich im Süden und Südosten Perus etabliert hatten und unschlüssig waren, ob sie das sich bei Cuzco sammelnde, noch nicht voll gefechtsbereite spanische Heer attackieren sollten, versuchte Bastidas, die Initiative an sich zu reißen.
Die Eroberung einer Stadt wie Cuzco wäre militärisch von großem Vorteil gewesen. Als sichere Nachschubbasis und schwer einnehmbarer Rückzugsort hätten von hier aus weitere Feldzüge organisiert werden können: zunächst, um die Reihen zwischen den Rebellen im Norden und denen im Süden zu schließen, und später, um einen Zangenangriff auf Lima zu wagen. Noch aber saßen in Cuzco spanische Kräfte, die auf Hilfe aus der Hauptstadt hofften.
Die Briefe Bastidas’ geben Zeugnis ihrer strategischen Überlegungen: „Ich habe dich immer wieder gewarnt, nicht in diesen Dörfern zu trödeln, wo es nichts zu tun gibt“, trieb sie Condorcanqui zu rascherem Handeln an, „die Kräfte in Cuzco werden sich mit den Soldaten aus Lima vereinigen, die seit vielen Tagen auf dem Marsch sind.“
Der zaudernde Condorcanqui ließ die Chance verstreichen. Deprimiert schloss Bastidas: „Ich habe dir viele Warnungen gegeben, sofort auf Cuzco zu marschieren, aber du hast sie alle leichtfertig genommen, indem du den Spaniern Zeit gegeben hast, sich vorzubereiten.“ Sie ahnte, wie die Auseinandersetzung enden würde, und war sich ihres Schicksals voll bewusst: „Am Ende wird Gott wollen, dass ich für meine Sünden leiden muss.“
Vor Cuzco wendet sich das Blatt
So kam es. Als sich Condorcanqui endlich zum Angriff auf Cuzco aufraffte, hatten die Verteidiger inzwischen Nachschub aus Lima erhalten und waren besser mit Munition für ihre Musketen und Kanonen ausgerüstet. Der überlegenen Feuerkraft der Spanier hatten die Aufständischen wenig entgegenzusetzen.
So sah sich der zweite Túpac Amaru nach einer schweren Niederlage auf dem Schlachtfeld gezwungen, die Belagerung von Cuzco abzubrechen. Den gescheiterten Angreifern blieb nichts anderes übrig, als sich in ihre bergige Heimat zurückzuziehen.
Eine Zeitlang konnten sich die Aufrührer noch behaupten. In einigen kleineren Scharmützeln gegen die Spanier behielten sie zwar die Oberhand, wurden aber dennoch immer weiter zurückgedrängt. In der Nähe von Tungasuca kam es zu einem letzten Gefecht, an dessen Ende Bastidas und Condorcanqui in Gefangenschaft gerieten.
Am 18. Mai 1781 wurde den beiden der Prozess gemacht. Sein Ausgang stand von vorneherein fest, die Vollstreckung der Strafe sollte Signalwirkung haben. Die abgetrennten Häupter wurden anschließend in Tungasuca öffentlich zur Schau gestellt.
Tragisch war auch das Schicksal des überlebenden Sohns Fernando. Er wurde zunächst in einer spanischen Zitadelle der Hafenstadt Callao untergebracht und von dort nach Spanien deportiert, wo er die meiste Zeit in Madrider Gefängnissen vor sich hin vegetierte. Fernando starb im Jahr 1798 noch nicht 30-jährig und völlig verarmt; das genaue Datum ist nicht bekannt.
Peru löste sich 1821 von Spanien, ohne dass die Einheimischen ein politisches Mitspracherecht erhielten. In fast allen der im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts unabhängig gewordenen lateinamerikanischen Staaten herrschten fortan weiße Eliten, die von den Kolonialisten abstammten.
In der von den neuen Machthabern dominierten Geschichtsschreibung wurden „Aufstände und Rebellionen der Indigenen heruntergespielt“, schreibt die Direktorin des in Lima ansässigen Zentrums für das Studium der Frauen in der Geschichte Lateinamerikas, Sara Beatriz Guardia, „obwohl der Aufstand von Túpac Amaru die Grundfesten des Kolonialsystems erschütterte“.
Ein US-Rapper trägt den Namen in die Welt
Abseits der offiziellen Historiographie lebte der Mythos des Túpac Amaru jedoch weiter, nicht nur in Peru. In den 1970er Jahren machte eine Untergrundbewegung namens Tupamaros in Uruguay Furore, mit Anschlägen und Entführungen. Der 1996 in Las Vegas erschossene, sehr populäre US-Rapper Tupac Amaru Shakur (auch „2Pac“) machte den Namen weltweit bekannt.
Die peruanischen Rebellen, die im Dezember desselben Jahres in der japanischen Botschaft in Lima Hunderte Geiseln nahmen, gaben sich den Namen Movimiento Revolucionario Túpac Amaru. Unmittelbar nach dem unblutigen Ende der Aktion wurden alle 14 Rebellen auf Anordnung des damaligen peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori erschossen.
Mit den Feierlichkeiten zum 200. Jubiläum der peruanischen Unabhängigkeit scheint sich nicht nur der Umgang mit der Historie geändert zu haben, sondern auch die Behandlung der Geschlechterrollen. Bislang, so Sara Beatriz Guardia, sei die Anwesenheit von Micaela Bastidas ebenso ignoriert worden wie die Beteiligung anderer Frauen, „als ob die Tatsache, eine Frau zu sein und für das Vaterland und die Freiheit zu sterben, nicht die gleiche Bedeutung und Dimension hätte wie die Taten der Helden unserer Geschichte, die alle männlich waren“. 2021 würdigte eine große Túpac-Amaru-Ausstellung in Lima ausdrücklich die Beteiligung Bastidas’ am großen Aufstand von 1780/81.
Sollte Condorcanquis Gefährtin endgültig ihren festen Platz in der nationalen Erinnerungskultur erhalten? Fast möchte man es glauben, liest man die Huldigung der peruanischen Ex-Präsidentin Dina Boluarte: „Micaela Bastidas steht stellvertretend für alle Frauen, die Heldinnen auf der Suche nach Gerechtigkeit, Gleichheit, Gleichberechtigung und Freiheit sind.“ Boluarte, dies sei noch angemerkt, trieb Ende 2022 in einem kalten Staatsstreich den bislang letzten demokratisch gewählten Präsidenten Pedro Castillo, bis dahin ihr Parteifreund und Förderer, aus dem Amt und setzte ihn unter Arrest. Im Oktober 2025 wurde sie vom Parlament ihres Amtes enthoben; wegen mangelnder moralischer Eignung, so die Begründung.
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