Die Mehrzahl der Exponate dieser Ausstellung kommt aus der Sammlung “Bibliothek der verbrannten Bücher”, die 2009 durch die Universität von dem Sammler Georg P. Salzmann erworben wurde. Sie umfasst insgesamt 12 000 Bände und enthält die nahezu kompletten Erstausgaben von ca. 60 Autoren, die im Dritten Reich verboten und verfolgt wurden. Die Ausstellung zeigt zunächst die Fluchtwege der Exilanten und ihre Lebens‐ und Arbeitsbedingungen in den Vereinigten Staaten. Außerdem werden die Biographien einzelner Autoren beleuchtet, wie beispielsweise die von Lion Feuchtwanger, Erika und Klaus Mann, Alfred Döblin oder Bertolt Brecht. Für die meisten der zunächst in europäische Nachbarländer Geflohenen bildeten die Vereinigten Staaten den “letzten Hafen”, den sie anstrebten – nicht immer mit Erfolg.
In Briefen und anderen Texten lassen sich die Befindlichkeiten der Autoren und die Konflikte aufspüren, denen sie ausgesetzt waren. Man stößt auch auf merkwürdige Details, etwa in der Autobiographie von Thomas Mann, der sich während der Novemberpogrome in Deutschland 1938 in Princeton aufhielt. Er eilte damals von Empfang zu Empfang und notierte im Tagebuch akribisch seine Abscheu vor den Gräueltaten der Nazis, aber auch den Genuss von Gänseleberpastete.
Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf ein Zitat des Schriftstellers Kurt Pinthus. 1940 schrieb er aus dem Exil in den USA an seinen Freund Walter Hasenclever, der nach Frankreich geflohen war: „Man kann ja nicht aus der Welt fallen …“ Die Sonderschau ist noch bis zum 22. Juli 2013 in der Ausstellungshalle der Zentralbibliothek der Universität Augsburg zu sehen.





