Der Stylobat des Opisthodoms wurde von dem Befall durch Flechten und Moose befreit und feine Risse, aber auch einige tiefe Löcher ebenfalls mit einer feineren Mischung des Kunststeins geschlossen, um Eindringen von Feuchtigkeit und dadurch bedingte Schäden für die nächste Zeit zu verhindern. Ein großes Stück der südlichen untersten Trommel der Ophisthodomsäule lag zwar noch in situ, war aber in drei Teile gebrochen. Diese wurden mit profilierten Titanstäben verbunden und das fehlende Stück mit titanbewehrtem Kunststein ergänzt. Abschließend erfolgte dort die Ausarbeitung der Kanneluren in antiker Manier mit der Hand. Die beiden Ophistodom-Kapitelle, die im Westen vor den Tempel lagen, wurden ebenfalls gereinigt und in oben genannter Weise restauriert, aber nicht ergänzt. Mitte Oktober fand die Versetzung der fünf restaurierten Architekturteile mit einem fünfachsigen Schwerlastkran statt. Der Kran musste zentimetergenau zwischen die verstürzten Bauteile im Westen vor dem Tempel rangiert werden, um die notwendige Transportdistanz von etwa 35 Meter und maximal sieben Meter Höhe überwinden zu können.
Die nunmehr als ein Bauteil wiederhergestellte südliche untere Säulentrommel wurde an ihren ursprünglichen Platz versetzt. Mit Abstandshaltern musste die oberste Säulentrommel darauf platziert werden. Zuoberst schließlich wurde das fast 7 t schwere südliche Ophistodom-Kapitell, das am besten erhaltene des Tempels, gesetzt. Das nördliche Ophistodom-Kapitell wurde aufgrund fehlender originaler Bauteile der dazugehörenden Säule mit Abstandshaltern direkt auf den Stylobat gestellt. Damit präsentiert sich dem Besucher der Opisthodom wieder als Raum und die beiden allein durch Ihre Größe eindrucksvollen und gut erhaltenen Kapitelle sind aus der Nähe erfahrbar. Die Aufsicht über die Restaurierung lag zunächst bei dem Bauforscher der Olympia-Grabung K. Herrmann und wurde ab Mai 2010 vom Bauforscher der Athener Abteilung des DAI, N. Hellner, übernommen. Die aktuellen Maßnahmen wurden im Mai 2011 von dem Zentralen Archäologischen Rat des griechischen Kulturministeriums genehmigt und großzügig von der A.G. Leventis Foundation finanziert.





