Offizielles Ziel der Expedition war das Sammeln von magnetischen Messdaten für die Auftraggeber, darüber hinaus führten die Münchener Brüder eine Vielzahl weiterer geografischer, naturwissenschaftlicher und ethnologischer Beobachtungen durch, die sie in umfangreichen Sammlungen von Bildern und Objekten festhielten. Sie erkundeten bislang unbekannte Gebirgspässe, nahmen Bodenproben und kartierten ihre Entdeckungen akribisch. Dabei stellten sie auch einen neuen Höhenrekord auf: Adolph und Robert Schlagintweit bestiegen den Kamet im Garwhal-Himalaya bis auf eine Höhe von 6785 Metern – ein Rekord, der jahrzehntelang nicht überboten wurde. Dieser Entdeckungsdrang wurde Adolph schließlich zum Verhängnis: Ein Warlord in Kashgar hielt ihn für einen Spion, Adolph wurde geköpft.
Die von den Expeditionsrückkehrern mitgebrachten bildlichen Darstellungen von Pässen und Gletschern verschiedener Hochgebirgsregionen stellen bis heute grundlegendes Quellenmaterial für glaziologische und geografische Studien dar. Die Ausstellung, die bis zum 20. Januar 2016 zu sehen sein wird, präsentiert über hundert Aquarelle, Skizzen, Fotos und zahlreiche Objekte. Sie geben Aufschluss über die Geschichte der Expedition sowie die Landschaft und Kultur Indiens und Zentralasiens vor mehr als 150 Jahren. Der Besucher erhält auch einen Einblick in die Schwierigkeiten bei der Durchführung von Forschungsreisen, wie Abhängigkeit von Behörden und Helfern und nicht zuletzt von der politischen Situation vor Ort. Weiterhin wird die sehr unterschiedliche Wahrnehmung der Expeditionsergebnisse in der Öffentlichkeit thematisiert.





