Jemand sagte mir, es sehe aus wie eine Mondlandschaft. Aber im Vergleich zum dem hier sieht der Mond aus wie ein Golfplatz“. US-Präsident Jimmy Carter war am 22. Mai 1980 nach einem Helikopterflug über die vom Ausbruch des Mount St. Helens gezeichnete Landschaft sichtlich erschüttert. Der Präsident war über Berge und Täler geflogen, die bedeckt waren von Asche und umgeknickten Bäumen. Bis in rund 25 Kilometer Entfernung vom Gipfel reichte die Zone der Zerstörung. Näher am Berg, ab etwa acht Kilometern Entfernung, herrschte das totale Chaos: Eine bis zu 90 Meter mächtige, von tiefen Gräben durchzogene Schicht aus Geröll und Asche hatte die frühere Landschaft vollständig verschüttet.
Die Katastrophe begann am 18. Mai um 8.32 Uhr. Nach einem Erdbeben der Stärke 5,1 auf der Richter-Skala rutschte die Nordflanke des Mount St. Helens plötzlich ab – der größte in historischer Zeit dokumentierte Bergsturz. Sekunden später folgte eine heftige Explosion, 500-mal so stark wie die Hiroshima-Bombe. Asche schoss bis in 25 Kilometer Höhe. Ein Strom aus bis zu 350 Grad heißem Gas, vermischt mit vulkanischem Gestein und Asche, raste mit mehr als 500 Kilometern in der Stunde zu Tal. Die Glutwolke überholte die Bergsturzlawine aus Gestein und Eis und verbrannte alles, was sich ihr in den Weg stellte. Auf einer Fläche von rund 500 Quadratkilometern wurden Millionen von Bäumen niedergerissen. Besonders weitreichend waren die Folgen der sogenannten Lahare, mächtiger Schlammlawinen aus Schmelzwasser und Asche, die durch das plötzliche Auftauen der Eis- und Schneekappe des Bergs entstanden waren und sich ihren Weg durch die Flusstäler bahnten. 47 Brücken und über 200 Häuser wurden dabei zerstört. …
Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 5/2015.
Dr. Armin Kübler





