Die republikanische Stadtmauer war nur noch eine Ruine inmitten der Altstadt. Mit rund einer Million Einwohnern hatte sich die Metropole schon seit Jahrhunderten weit über ihre erste Begrenzung hinaus ausgedehnt. Eilig begann man, eine neue Verteidigungsanlage zu bauen. Um Zeit und Kosten zu sparen, wurden möglichst viele bereits bestehende Bauwerke integriert: Amphitheater, die Prätorianerkaserne, sogar das bekannte Grabmal des Ces‧tius in Form einer Pyramide. Über 19 Kilometer hinweg zog sich der sechs Meter hohe Wall, zahllose Tore und Türme sicherten die Zugänge. Die Fertigstellung nach neun Jahren Arbeit erlebte Aurelian nicht mehr. Doch so eindrucksvoll das Monument war: Germanenheere hielt es nur ab, wenn diese keine Belagerung begannen. Um auch dagegen gefeit zu sein, wurde die Mauer mehrfach erhöht und verstärkt. Alle diese Bemühungen waren jedoch vergeblich, als der Gote Alarich am 24. August 410 die Ewige Stadt eroberte.





