Dies ist ein guter Ort, um etwas über die Brutalität des Krieges zu lernen, genauer: darüber, was geschieht, wenn die schwächere Seite den Kampf fanatisch fortsetzt, obwohl er längst verloren ist. Exakt das ereignete sich im Frühjahr 1945. Denn obwohl die auf Berlin vordringenden Kräfte der Roten Armee den dezimierten deutschen Truppen in allen Belangen haushoch überlegen waren, ließen sich die verantwortlichen Generäle von Hitler auf einen chancenlosen Verteidigungskampf verpflichten.
Angetrieben von ihrem obersten Kriegsherrn Stalin hatte die Rote Armee für die Eroberung Berlins rund 70 Kilometer von der Hauptstadt entfernt eine gewaltige Streitmacht zusammengezogen. Die Verbände verteilten sich über eine Front von etwa 300 Kilometern Länge, die von der Odermündung bei Stettin bis zur Lausitzer Neiße bei Rothenburg reichte. Oberbefehlshaber dieser etwa 2,5 Millionen Soldaten war Marschall Georgi Schukow. Ihnen entgegen standen rund eine Million deutscher Soldaten, ein großer Teil davon allerdings unerfahrene Rekruten. Die Russen verfügten über die vierfache Anzahl an Geschützen und Panzern sowie mehr als doppelt so viele Flugzeuge.





