Der von der preußischen Regierung errichtete dreifache Militärkordon konnte die Seuche jedoch nicht stoppen. In Königsberg raffte sie zwei Prozent der Bewohner hinweg. Von 230000 Berlinern erkrankten 2271. Davon starb über die Hälfte an Austrocknung aufgrund des plötzlichen Flüssigkeitsverlustes, hervorgerufen durch die starken Durchfälle. Angesichts der Willkür und Grausamkeit des Todes verbreiteten sich Angst und Schrecken in der Bevölkerung, selbst wenn statistisch gesehen weitaus weniger Menschen an der Cholera starben als an der Tuberkulose. Präventive und therapeutische Maßnahmen waren ebenso zahlreich wie wirkungslos – bis auf die homöopathische Behandlung, die ihr Begründer Samuel Hahnemann erfolgreich praktizierte, was dieser Heilmethode zum entscheidenden Durchbruch verhalf.
Es sollte noch 50 Jahre dauern, bis Robert Koch den Erreger entdeckte. Bis dahin fielen der Cholera allein in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen zum Opfer.





