Das Museum rückt den Krieg von 1870/71 in den Vordergrund, da er im Bewusstsein der Menschen meist von den großen Konflikten des 20. Jahrhunderts überdeckt wird. Dennoch ist seine zentrale Bedeutung für das Zusammenleben in Europa und für die Weltgeschichte nicht zu unterschätzen. Die Deutschen feierten nach ihrem Sieg und der Reichsgründung in Versailles die Geburt des lang ersehnten deutschen Nationalstaats. In Frankreich fand das Kaisertum Napoleons III. ein Ende, es folgte eine Demokratie. Letztendlich schuf der Deutsch-Französische Krieg die Voraussetzungen für die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, den Ersten Weltkrieg.
Die Sonderausstellung setzt einen Schwerpunkt insbesondere auf die Visualisierung von Krieg und Kriegsgeschehen. Zu sehen sind imposante Schlachtengemälde, selten gezeigte Fotografien und Zinnfiguren-Dioramen von bedeutenden Schlachten des Krieges.
Weiterhin rückt das Museum in den Mittelpunkt, welche neuen Entwicklungen den Krieg prägten. So haben neuartige Waffen und die militärische Nutzung der Eisenbahn, aber auch Verbesserungen des Sanitätswesens den Krieg revolutioniert. Die Ausstellung zeigt Beispiele für Waffentechnologien, die damals erstmals zum Einsatz gekommen sind. Unter anderem zählt eine französische Mitrailleuse, ein Vorläufer des Maschinengewehrs, zu den Exponaten. Für landesgeschichtlich Interessierte beleuchtet die Ausstellung die Rolle badischer und württembergischer Truppen.
Besondere Unterstützung für die Sonderausstellung erfuhr das Museum durch die im badischen Müllheim stationierte Deutsch-Französische Brigade und deren Kommandeur Général Philippe Chalmel. Museumsdirektor Dr. Alexander Jordan sieht gerade in dieser binationalen Truppe ein Zeichen dafür, dass die Nachbarländer aus der leidvollen kriegerischen Vergangenheit gelernt haben und zusammengerückt sind.
Wie das Credo der Ausstellung zum Ausdruck bringen soll, sind aus den einstigen Feinden heute Freunde geworden. So sieht das auch Jordan: „In meinen Augen gibt es kaum eine bessere und anschaulichere Umsetzung als die Deutsch-Französische Brigade in Müllheim. Sie ist Ausdruck der Freundschaft in der Praxis und noch dazu auf dem sensiblen Feld des Militärs.“





