Der spanische König Philipp II. hatte, um es freundlich auszudrücken, große Probleme mit seinen niederländischen Untertanen. Zumindest einen Niederländer schätzte er aber in höchstem Maße, und das war der Maler Hieronymus Bosch aus dem Herzogtum Brabant. Mit 26 Werken war Philipp der größte Bosch-Sammler seiner Zeit. Die Gemälde und Altäre des 1516 gestorbenen Meisters schmückten seinen Palast El Escorial, die „Sieben Todsünden“ dienten ihm sogar als Beichtspiegel.
Philipp hat wohl vieles an den Niederlanden bewundert, aber er war dort ein Fremder – er war Spanier. Niederländisch sprach er nicht, Französisch kaum. Gleichwohl tat er zunächst nichts anderes, als die Zentralisierungspolitik seines Vaters fortzusetzen. Als Erstes nahm er eine seit längerem geplante Neueinteilung der niederländischen Bistümer vor. Der bisherige Zuschnitt war völlig überholt: In den gesamten Niederlanden gab es nur fünf Bistümer. Philipp machte daraus 18. Den Posten des Primas besetzte er mit seinem Günstling Antoine Perrenot de Granvelle. …
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