Christina von Stommeln (1242-1313) war die erste bekannte Frau, die Stigmata, also die Wundmale Jesu an Händen und Füßen, aufwies. Zudem wurde sie von Schreckensvisionen heimgesucht, die sie zu einer der zentralen Gestalten der mittelalterlichen Frauenmystik machte. Bereits kurze Zeit nach ihrem Tod setzte eine lokale Verehrung Christinas ein, die zur Gründung eines Stifts 1339 führte. 1908 wurde sie von Papst Pius X. selig gesprochen.
Die Öffnung ihres Schreins 1897 in der Jülicher Propsteipfarrkirche brachte kostbare Grabbeigaben zum Vorschein, die nun – aufwendig restauriert – in der Ausstellung zu sehen sind: Seidene Handschuhe, Stofftaschen und Andachtstäfelchen mit Reliquien haben in dem Schrein sieben Jahrhunderte überdauert. Die Ausstellungsmacher warten mit einer weiteren Überraschung auf: Mittels modernster kriminaltechnischer Methoden konnten Experten erstmals das Antlitz Christinas rekonstruieren. Die wichtigste historiographische Quelle zur rheinischen Mystikerin, der „Codex Iulicensis“, wird durch Hörstationen auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Zudem werden zeitgenössische Darstellungen der Visionen Christinas mit Hilfe von Medienstationen zu neuem Leben erweckt.





