Die Legende nennt Drahomíra eine Heidin, doch eigentlich hatte der Streit politische Gründe: Böhmen war mit dem Herzogtum Bayern verbündet und erhoffte sich davon Schutz vor der sächsischen Expansion. Als Herzog Arnulf von Bayern sich im Sommer 921 mit dem sächsischen König Heinrich I. versöhnte, befürwortete Ludmilla im Gegensatz zu Drahomíra eine Annäherung an die Sachsen. Der Konflikt eskalierte; schließlich übergab Ludmilla die beiden Knaben an Drahomíra und zog sich auf die Burg Tetín zurück. Drahomíra aber fühlte ihre Herrschaft weiter bedroht und ließ die verhasste Kontrahentin am 15. September 921 von ihren Gefolgsleuten Tuna und Gommon ermorden. Wenzel aber ließ Ludmillas Gebeine 925 nach Prag überführen und begründete den Kult um seine Großmutter, die zur ersten Heiligen und Schutzpatronin Böhmens wurde.





