Neben den Gärten nennt Antipatros die Stadtmauern von Babylon, die Zeus-Statue von Olympia, den Koloss von Rhodos, die Pyramiden, das Grab Mausolos’ II. zu Halikarnassos und das Artemision in Ephesos als herausragende Sehenswürdigkeiten. Einige dieser Bauten und Kunstwerke schafften es auch auf vergleichbare Listen anderer antiker Autoren. Doch eine definitive Liste der sieben Weltwunder gibt es nicht. Immer wieder wurden auch andere Bau- und Kunstwerke genannt, wie etwa der Leuchtturm von Alexandria. Ausführliche Beschreibungen der einzelnen Stätten blieben indes rar. Das gilt auch für die Hängenden Gärten bzw. den Hängenden Garten.
Die meisten der griechischen und römischen Autoren verorteten diesen in Babylon. Das gilt auch für Diodor von Sizilien, der die bekannteste und ausführlichste Beschreibung seiner Pracht niederschrieb. Anders als manch andere hat er auch etwas über den Bauherrn zu sagen. Diodor, dem mehrere ältere, jedoch nicht überlieferte Texte als Quellen zur Verfügung standen, schreibt ausdrücklich, dass der Garten nicht, wie dies oftmals geschehen sei, einer Königin Semiramis zuzuschreiben sei, sondern einem älteren assyrischen König. Dieser habe den Garten einer persischen Nebenfrau zuliebe anlegen lassen, welche die Landschaft ihrer Heimat vermisst habe. Und ebenjene Landschaft sollte der Garten, der 400 Fuß im Quadrat gemessen habe und auf mehreren Ebenen terrassenförmig angelegt worden sei, in Gestalt und Bepflanzung nachahmen.





