„Störe meine Kreise nicht“: Die letzten Worte Archimedes von Syrakus sind den meisten von uns bekannt. Er soll sie gegenüber einem römischen Soldaten geäußert haben, der ihn erstach, während er geometrische Figuren in den Sand zeichnete. Doch nicht nur Anekdoten, sondern auch viel praktischere Dinge verdanken wir einem der bedeutendsten Mathematiker der Antike, der um 287 v. Chr. in Syrakus auf Sizilien geboren wurde. So ist er der Entdecker des Auftriebsprinzips, auch archimedisches Prinzip genannt, das besagt, dass die Auftriebskraft eines Körpers im Wasser genauso groß ist, wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Wassers. Es findet beispielsweise beim Schiffsbau Verwendung. Auch die Hebelgesetze und weitere revolutionäre wissenschaftliche Entdeckungen stammen von ihm.
Es ist deshalb keine Überraschung, dass die Entdeckung einer mehr als 700 Jahre verschollenen Handschrift des Genies 1998 für Aufsehen sorgte. In einem Gebetbuch aus dem 13. Jahrhundert entdeckte man sie – überschrieben von mittelalterlichen Mönchen. Mehr als zehn Jahre arbeitete ein internationales Expertenteam daran, die überschriebenen Schriftzeichen und Zeichnungen sichtbar zu machen und zu entziffern. Und sie hatten Erfolg.
Die Besucher der Ausstellung „Der Archimedes-Code. Auf den Spuren eines Genies“ können den Wissenschaftlern nun noch einmal bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und sie bei der Lösung des Rätsels begleiten. Sie können lernen, wie man alte Zeichen aus der mittelalterlichen Handschrift heraus liest, wie man sie deutet und welche Reise der archimedische Text hinter sich gebracht hat. Spannende Objekte zu Leben und Entdeckungen des Archimedes von Syrakus lassen den Besucher darüber hinaus eintauchen in Welt und Denken des Genies. An Experimentierstationen können dabei auch junge Besucherinnen und Besucher auf praktische Weise erfahren, welche Grundlagen die antike Welt für unsere heutige Wissenschaft und Kultur schuf.





