Die Fragmente entstanden wahrscheinlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts im hessisch-thüringischen Raum. Zu lesen sind 63 gereimte Textzeilen einer Erzählung über das Leben der Elisabeth. Insbesondere wird ihre Ankunft in Marburg beschrieben und ihre Gebete, in denen sie Gott um Kraft bittet, um sich von ihrem gesamten weltlichen Besitz und Wohlstand lossagen zu können. Schon vier Jahre nach ihrem Tod 1231 wurde Elisabeth wegen ihres Engagements für Kranke und Arme von Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
Ihre Lebensgeschichte gehörte zu den beliebtesten Erzählstoffen der deutschsprachigen Literatur des Spätmittelalters. Es entstanden in den folgenden Jahrhunderten zahlreiche Elisabeth-Dichtungen. Der Fund der Mainzer Bibliothek ist dabei etwas Besonderes, da die Erzählung in deutscher Sprache und noch dazu in gereimter Form aufgeschrieben wurde. Unter allen bekannten deutschen Elisabeth-Texten des Mittelalters gibt es nur vier gereimte Erzählungen.





