Schwerpunkte der Schau sind die Themen Wirtschaft, Religion, Heer und städtische Adelsschicht, die für die Zeiträume vor und nach der Eroberung durch die Spanier betrachtet werden. Die Ergebnisse werden einander gegenübergestellt, um die Auswirkungen dieses Umbruches auf die Inka-Gesellschaft zu veranschaulichen. Es soll gezeigt werden, dass sich die hochentwickelte Kultur der Inka mit der Niederlage gegen die Spanier zwar veränderte, aber nicht ausstarb. Dazu vereinigt das Lindenmuseum rund 80 eigene Exponate mit 170 Leihgaben nationaler und internationaler Museen wie dem Museo Nacional de Arquelogía in Peru oder dem British Museum in London.
Viele der Exponate, darunter reich gemusterte Textilien, Goldschmuck, Opferschalen und Ritualbecher, sind erstmals in Europa zu sehen. Ein Teil davon sei, betonte Direktorin de Castro, zuvor fälschlicherweise gar nicht mit den Inka, sondern mit einer der zahlreichen Vorläuferkulturen in Verbindung gebracht worden. Erst neueste Forschungsergebnisse hätten die wahre Herkunft der Artefakte offenbart.
Besonders interessant war das Verwaltungssystem des riesigen Reiches: Sogenannte Chasquis, Staffelläufer, die entlang der Verkehrswege stationiert waren, überbrachten Nachrichten in Form der bis heute nicht sicher entschlüsselten Knotenschnüre. Die geübten Läufer waren gemeinsam in der Lage, 3500 Kilometer in drei bis fünf Tagen zu überbrücken.
Für Kinder werden besondere Vorbereitungen getroffen: Ein gezeichneter Chasqui mit dem Namen Kuntur wartet an den Stellen, an denen sich für sie interessante Informationen befinden. Er bietet altersgerechte Erklärungen, stellt Aufgaben und weist den Weg zu verschiedenen Medienstationen. Dort können sich die Kinder der Ausstellung spielerisch nähern.





