Dieses Buch schafft in der Abfolge von 16 gescheit geschriebenen Lebensbildern endlich eine Grundlage. Die Herausgeberin Amalie Fößel ist bereits mit einer Abhandlung zur römisch-deutschen Herrscherin im Mittelalter hervorgetreten. 15 sachkundige Autorinnen und Autoren stellen mit ihr mittelalterliche Kaiserinnen einem breiteren Leserkreis vor.
Am Anfang steht die Frage, wie man eigentlich Kaiserin wurde. Genügte die bloße Hochzeit mit einem der 29 Kaiser, oder brauchte es die Krönung durch den Papst? Das erste Kapitel über zehn Kaiserinnen der Karolingerzeit beleuchtet das Dilemma der Auswahl. Nur Richgard erlangte mit ihrem Gemahl Karl III. „dem Dicken“ vermutlich die Kaiserkrönung in Rom. Die anderen blieben Frauen „an seiner Seite“. Ein solcher Zwiespalt ließ keine stringente Auswahl der vorgestellten Persönlichkeiten zu.
Kapitel über Theophanu (Gemahlin Ottos II.) oder Mathilde (Gemahlin Heinrichs V.), die ihre Männer erst nach deren Kaiserkrönung heirateten, stehen neben einem Abschnitt über Elisabeth von Pommern, für die Kaiser Karl IV. 1368 eine eigene Kaiserinnenkrönung inszenierte. Interessante Kaiserinnen fehlen: Praxedis, die skandalumwitterte zweite Frau Kaiser Heinrichs IV., oder Isabella (von Jerusalem) und Isabella (von England), die beiden Gemahlinnen Kaiser Friedrichs II. Anstelle von Vollständigkeit wurde also eine plau‧sible Auswahl getroffen.
Die Texte sind leserfreundlich, umfangreiche Anmerkungen führen Interessierte an die spezialisierte Forschung heran: eine empfehlenswerte Sammlung!
Rezension: Prof. Dr. Bernd Schneidmüller





