Mit dem Fall der Johanniterfestung in Akkon 1291 mussten die Kreuzfahrer das Heilige Land verlassen. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt auf Zypern wurde ab 1306 Rhodos neuer Ordenssitz der Johanniter. Die Insel konnte trotz mehrfacher Angriffe und Belagerungen bis 1522 gehalten werden. 1530 übergab der Papst den Johannitern schließlich Malta, das sich zum neuen Sitz des Malteser-Ordens, wie er nun genannt wurde, entwickelte. Die konfessionelle Teilung erfolgte 1538, als der Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg zur lutherischen Lehre übertrat und dadurch Brandenburg sowie der dort ansässige Zweig des Johanniterordens evangelisch wurde.
Der Autor Michael Losse, Historiker und Burgenforscher, setzt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Johanniter-Staates auseinander und hat mehrere Publikationen über Burgen des Ordens in der Ägäis veröffentlicht.
Nach einem kurzem Überblick über die Entstehung des Ordens sowie seiner Geschichte bis zur Umsiedlung nach Rhodos folgt der Hauptteil, eine Darstellung des Burgenbaus und der Burgenpolitik der Johanniter. Anhand der Burgen, Festungen und Türme auf Rhodos und der anderen zum Ordensstaat gehörenden Inseln wird die Geschichte der Kreuzritter in dieser Region erzählt. Zum Schluss gibt es noch einen kurzen Ausblick auf die weitere Geschichte des Ordens in Malta; dazu ein Glossar und eine Literaturliste.
Das Buch ist sicherlich interessant für Rhodosreisende, die sich vorab schon über die Geschichte der Johanniter dort informieren wollen und sich für die Bauten der Johanniter interessieren, auch wenn es keinen Reiseführer ersetzen will und kann. Etwas leserunfreundlich sind die Textnachweise, die im Fließtext eingebaut sind.
Rezension: Timo Widmaier





