Die Kultur der Kykladen wartete jedoch mit noch mehr Neuerungen auf. Hier wurden die ersten hochseetauglichen Schiffe Europas gebaut, der erste organisierte Fernhandel mit den Völkern Asiens und Ägypten betrieben und erstmals die Drehscheibe zur Herstellung von Töpferwaren benutzt. Die Kultur der Kykladen sicherte sich vor allem durch Hervorbringung ihre einzigartigen Skulpturen einen festen Platz in der Kunstgeschichte: die kykladischen Idole. Zum ersten Mal brachte ein europäischer Volksstamm menschengestaltige Figuren her-vor, die das Miniaturformat überstiegen. Bis zu 1,50 Meter hohe Idole wurden aus weißem Marmor hergestellt, die von so großer Schönheit waren, dass sie noch die größten Künstler des 20. Jahrhundert inspirierten, etwa Picasso.
Die Verwendung der Idole ist noch nicht geklärt – zahlreiche Fragen zur Kultur der Kykladen sind offen. Die Forschung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dieser Fragen angenommen und neue Erkenntnisse hervorgebracht. Sie werden in der Ausstellung erstmals einem breiten Publikum vorgestellt.
Die Ausstellung ist eine Kooperation des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe mit dem Kykladenmuseum Athen und dem Institut für Altertumswissenschaften in Heidelberg.





