Mittelpunkt der Ausstellung ist die gefälschte Skulptur eines Shuochangyong, einer chinesischen Gauklerfigur, die vermeintlich eine Grabbeigabe aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) gewesen ist. Anhand dieses Exponats werden die drei Hauptfragen der Ausstellung beantwortet: Wie entstehen Fälschungen? Welche Methoden sind heute (nicht nur in Ostasien) üblich? Wie kann man Original und Fälschung unterscheiden? Außerdem erwarten den Besucher weitere hochkarätige chinesische Antiquitäten, durch die die Bandbreite unterschiedlicher Fälschungsmethoden innerhalb ihres historischen Kontextes aufgezeigt wird.
Die Berliner Gastausstellung wird in Zürich außerdem durch einen Beitrag des Völkerkundemuseums ergänzt. Unter dem Titel „Die Kunst des Verfälschens – Ethnologische Überlegungen mit Beispielen aus China“ beschäftigt sich dieser zweite Ausstellungsteil mit der gesellschaftlichen Konstruktion von Echtheit. Dass jede bewusste Veränderung vom Original zur Replik bedeutsam ist, wird anhand von drei Beispielen gezeigt. Neben der Terrakotta-Armee und Hali Bote, dem chinesischen Harry Potter, rückt vor allem die aktuelle chinesische Shanzhai-Bewegung in den Fokus der Aufmerksamkeit. Diese in China weit verbreitete Nachahmung von bekannten Marken und berühmten Persönlichkeiten belegt den hohen Status, den das Kopieren zum Erwerb von Fähigkeiten noch heute in großen Teilen Asiens besitzt.





