Gebannt verfolgt man das Lebensschicksal des 1787 unehelich geborenen Johann Christoph Pickert aus Neu-Haldensleben (heute Haldensleben/Sachsen-Anhalt), der zunächst Handschuhmacher wurde, sich dann jedoch von der preußischen Armee anwerben ließ und nach mehreren Feldzügen gegen die Franzosen 1824 als Invalide aus der Armee ausschied, desillusioniert und psychisch gebrochen.
Plastisch treten auch die zum Teil sehr belastenden Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft hervor, wobei bemerkenswert ist, dass Pickert zwar differenziert seine Gefühle beschreiben kann, aber an keiner Stelle nationales Pathos oder Franzosenhass äußert.
Die Lebensgeschichte wurde sachkundig ediert und in die Selbstzeugnisforschung und Sprachgeschichte eingeordnet. Etwas zu kurz kommt leider die Erläuterung der sozialhistorischen und militärischen Bezüge dieses lesenswerten Textes.
Rezension: Talkenberger, Heike





